…oder in meinem Fall vom Neuanfang jeden Tag überrollt.

Wie ich das meine?

Jeden Tag, wenn ich aufwache, ist für mich ein „Neuanfang“. Nicht nur weil ich nicht weiß welcher Laune sich meine Multiple Sklerose „erfreut“, sondern für mich am wichtigsten: Ich habe jeden Tag eine neue Chance, ALLES besser, anders, nach meinen Vorstellungen, zu gestalten.

War der gestrige Tag nicht so Dolle, dann bin ich nicht traurig denn heute habe ich die Möglichkeit und eine neue Chance bekommen, einen besseren Tag daraus zu machen.

Natürlich war das alles ein Prozess des Lebens, ein Prozess des Lernens, doch relativ früh habe ich gelernt, dankbar für den Tag zu sein, egal wie er am Ende des Tages ausgefallen, denn jeder Fail ist eine Zahnradoptimierung damit alles besser ineinander laufen kann.

Ab und zu habe auch ich noch kleinere Schwierigkeiten gewisse Dinge spontan, ohne nachzudenken anzufangen, denn kleinere Selbstzweifel gehören auch zu meinem Leben dazu. Wenn es nur um meine Person geht und darum Entscheidungen zu treffen die nur mich betreffen, fackele ich nicht lange und entscheide.

Doch geht es darum andere Menschen von meinen Ideen zu begeistern hadere ich ein wenig. Berufen wir uns darauf, dass eine Summe an schlechten Erfahrungen, mich dazu gebracht haben, viel zu viel nachzudenken und weniger Dinge umzusetzen, als dass ich umsetzen würde, wenn es nur um mich gehen würde.

Nichtsdestotrotz, folge ich schon seitdem ich mich kenne, meinem Herzen und lag damit immer richtig, so war das Leben nicht immer ein Feuerwerk, aber annähernd und mal Butter bei den Fischen, wer will schon ein Leben lang nahe einem Tinnitus leben?!

Neuanfänge können anstrengend, traurig sein, z.B. nach Schicksalsschläge, Trennungen, in Zeiten der Trauer.
Neuanfänge können aber einem die Chance bieten, sich neu zu erfinden, sich selber unter die Lupe nehmen und dazu beitragen, dass die Welt ein klein wenig besser wird.

Was sind nun meine Neuanfänge 2021?

  1. Endlich mein persönlicher Wunsch erfüllen – Mein Wunsch vom eigenen Buch! Mein Weg in ein MINT-Beruf mit allen Höhen und Tiefen und wie mich die Diagnose “Multiple Sklerose” zum Kreativsein bewegt hat, denn in mein Beruf konnte ich als Angestellte nicht mehr arbeiten!
  2. Mit wundervollen Persönlichkeiten, die Welt da draussen 2021 ein Stückchen besser, bunter, dankbarer, vielfältiger, inklusiver, zu gestalten.
  3. Mehr darüber zu sprechen, was mich beschäftigt.
    Auch mehr darüber zu sprechen wie es sich mit Diversität und Inklusion jeden Tag leben lässt. Darüber zu sprechen wie es ist, nicht akzeptiert zu werden nur weil ich eben anders bin, anders weil ich aufgrund meiner Multiple Sklerose nicht der beruflichen “Norm” entspreche.
  4. Die Welt mehr an meinen Gedankengänge teilhaben lassen, denn mein Mut und meine Stärke habe ich durch die vielen Schicksalsschläge erst erlernen müssen, so weiß ich ganz genau, dass nichts auf dieser Welt so ewig dauert, als dass man verzweifeln, oder gar aufgeben sollte.

So nun freue ich mich schon auf all den Neuanfängen von wundervollen Menschen, die das erste Monatsthema des neuen Jahres ein Stückweit bereichern und uns inspirieren werden.