– In jeder (Corona-)Krise steckt eine Chance –

What a year! 2020 geizte nicht mit kräftezehrenden Herausforderungen. Das kann sicherlich jede:r Einzelne von uns sagen. Uns alle hat 2020 durchgeschüttelt. Die einen mehr, die anderen weniger. Doch ein Päckchen haben wir alle zu tragen. Und wir haben noch etwas gemein. Wir können 2021 als Neuanfang nutzen. Denn mit der Krise haben wir auch die Chance, neu zu beginnen – egal wie klein oder groß die Veränderung ist. Wir haben in 2020 viel gelernt. Jetzt ist die Zeit gekommen, diese Erfahrungen zu nutzen und das zu ändern, was uns nicht gefällt. Und jetzt ist auch die Zeit gekommen, das wertzuschätzen und beizubehalten, was uns taugt.

Wir alle tragen bereits das in uns, was es für einen Neubeginn braucht. Und wie Hermann Hesse bereits sagte:

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.”

Worauf warten wir also?

Die Anstrengungen schwinden nicht. Die Unsicherheit wird nicht weniger. Die Selbstzweifel nicht leiser.

Eine mögliche Antwort geben uns unsere Ängste. Die Philosophin Martha Nussbaum beschreibt die Angst als ein Urgefühl, das uns Menschen innewohnt. Wir können die Angst also nie ganz loswerden, sie ist immer unterschwellig vorhanden. Erst einmal nichts schlimmes. Im Gegenteil. Angst beschützt uns. Problematisch wird es erst, wenn uns die Angst fest in ihren Händen hat. Uns lähmt. Daher ist es so wichtig, dass wir hinter unsere Ängste schauen und die Fesseln zu lösen: Wovor haben wir Angst? Wovor möchte uns unsere Angst schützen? Sehen wir nur den schlimmsten Fall, der eintreten könnte?

Letztlich geht es bei Neuanfängen und Veränderungen immer darum, Angst zu haben und es trotzdem zu tun. Der erste Schritt unserer ganz persönlichen Heldenreise ist der schwierigste. Doch bei all den kleinen und großen Neuanfängen, denen ich mich stellen durfte, kann ich dir versichern: Sobald man das Schwimmen anfängt, wirkt das kalte Wasser wärmer.

In den letzten zwei Jahren habe ich mich insbesondere durch zwei große Neuanfänge gebissen. Zum Einen war Ende 2018/Anfang 2019 unerwartet eine beschissene Depression mein ungebetener Gast. Zum Anderen ist Anfang 2020 während des ersten Lockdowns eine langjährige Beziehung zerbrochen, mir wurde kurze Zeit später gekündigt und ich bin schweren Herzens aus München weggezogen. Obgleich das keine easy-peasy Phasen in meinem Leben waren, bin ich dankbar für das, was sie mich gelehrt haben und wie ich dadurch gewachsen bin.

Heute stehe an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich mir selbst so nah bin wie noch nie zuvor. Ich bin persönlich und beruflich gewachsen. Mein Herz habe ich an einen wunderbaren Menschen verloren. Neue Türen haben sich geöffnet. Ich bin resilienter geworden. Was mir auf meiner Reise geholfen hat und immer noch hilft, möchte ich mit dir teilen. In der Hoffnung, dass meine Learnings auch dir für deine Neuanfänge einen Mehrwert bieten.

Akzeptanz, Chancen sehen, Eigenverantwortung & Mindset

Das A und O ist, Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind. Insbesondere, wenn es außerhalb unseres Gestaltungsspielraum ist.  Positive Sätze, die ich immer wieder in mein Bewusstsein hole, sind eine Stütze. So auch die Mantras “Es ist wie es ist und das ist ok.” und “Dann ist es das.”.  Mir hilft dies immer dabei anzunehmen, was ich nicht ändern kann. Dadurch ändert sich mein Fokus. Es öffnet sich der Blick für das, was ich aus der Situation machen kann. Denn in jeder Krise steckt eine Chance. Es liegt ganz bei uns, diese Chancen zu ergründen und zu ergreifen. Shakespeare wusste bereits: “For there is nothing either good or bad but thinking makes it so.” Wir sind verantwortlich dafür, ob wir das Gute sehen oder das Schlechte. Die Herausforderung ist daher, den Fokus auf das Positive zu richten und offen zu sein. Gelingt dies, sieht man neue Möglichkeiten.

Nehmen wir jedoch die Opferrolle ein, blockieren wir uns selbst. Gelingt es uns diese Opferrolle zu verlassen und Verantwortung zu übernehmen, können wir das Beste aus einer unliebsamen Situation machen. Ich sage nicht, dass das leicht ist. Ich sage, dass es möglich ist.

Unerlässlich bei diesem Prozess ist es für mich, meiner inneren Kritikerin nicht so viel Raum zu geben. Wir haben nicht in der Hand, welche Gedanken es in unseren Kopf schaffen. Wir können aber steuern, ob wir diesen nachhängen. Hier knüpft ein weiteres Mantra an: “Be kind to your mind.”.  Sei freundlich zu deinem Geist.  Dazu gehört auch dir bewusst zu werden, wann deine innere Kritikerin einen destruktiven Beitrag leistet. Und dann mache sie mundtot. Finde deine Methode – experimentiere, sei kreativ, sei neugierig.

Wären das die einzigen Challenges, wäre das ja ziemlich langweilig. Nicht nur wir als Individuen durchlaufen gerade einen Wandel und befinden uns auf unserer eigenen Heldenreise. Unser Zeitalter ist von Wandel geprägt. Das einzig Sichere ist die Unsicherheit. Das einzig Konstante ist die Veränderung. Ob uns das nun gefällt oder nicht, ändert nichts an dieser Tatsache. Es bleibt, wie es ist. Es ist, was es ist. Wenn wir dies akzeptieren und auch darin das Positive erkunden, wird der Blick frei für all die guten Dinge, die auf uns warten.
Dein Mindset ist hier der Schlüssel: Gehst du neugierig und offen an die neuen Umstände ran? Oder bist du von Anfang an dagegen und verschlossen?

Reflexion & Chancen ergründen

Offen und ehrlich hinter den eigenen Vorhang zu schauen schafft Klarheit. Es hilft mir zu reflektieren, wo ich stehe, was ich gelernt habe und wo Chancen wie reife Äpfel gepflückt werden wollen. Ich ziehe ganz viel Kraft aus Fragen wie:

  • Was möchte ich auch “nach Corona” beibehalten? Was taugt mir?
  • Was gefällt mir aktuell überhaupt nicht? Warum?
  • Was lehrt mich die Krise?
  • Woran bin ich gewachsen? Wofür bin ich dankbar?
  • Welche Chancen haben sich aufgetan?

Energielevel bewusst machen & eigene Bedürfnisse wertschätzen

Veränderung kostet Energie. Das liegt in der Natur der Sache. Wichtig ist nur, dir deiner Energiereserven bewusst zu werden und sie regelmäßig aufzufüllen. Wie viel Prozent hat dein persönlicher Akku? Die Antwort darauf ist nützlich, um dir deinem Energielevel bewusst zu werden. Meine Energiereserven wurden in den letzten Monaten arg beansprucht. Im Umkehrschluss bin ich nicht so leistungsfähig wie ich es von mir kenne. Meine innere Kritikerin wird in Momenten wie diesen sehr laut. Insbesondere durch die Prägungen unserer leistungsorientierten Gesellschaft fällt es mir nicht immer leicht, die Erwartungen an mich selbst an mein aktuelles Energielevel anzupassen. Wie wichtig dies aber ist, bemerke ich immer, wenn mir dies doch gelingt. Denn dann gehe ich abends mit einem viel positiveren Gefühl ins Bett.

Daher arbeite ich an der Akzeptanz, dass ein niedrigeres Energielevel vor allem in Anbetracht der aktuellen Umstände menschlich und nachvollziehbar ist.

Gleichzeitig habe ich mein Bewusst-sein für meine Bedürfnisse geschärft. Ich zeige mir selbst gegenüber mehr Wertschätzung, meine Bedürfnisse wahrzunehmen, ernst zu nehmen und zu befriedigen. Das bedeutet, das eigene Gefühl dafür zu schärfen, was man im derzeitigen Moment eigentlich braucht und was einem gut täte.

Finde etwas, das dir Energie schenkt

Damit sind wir schon beim nächsten Punkt. Du kannst deinen Akku wieder aufladen. Gehe in dich und probiere verschiedenste Dinge aus, experimentiere und finde etwas, das dir Energie schenkt. Mir hilft die Natur, Lachen, Tier-Videos auf YouTube, mit dem Liebsten sprechen, Yoga, Meditieren, Malen, Journaling und Musik wie zum Beispiel meine Neuanfang-Playlist auf Spotify.

Mantras, die mir sonst noch helfen:

Darüber Hinaus habe ich in einem kleinen Büchlein für mich “freundliche Reminder” festgehalten. Diese schaue ich mir vor allem in Momenten an, in denen mir Zuspruch gut täte. Es sind Mantras wie:

  • “Gehe soweit, wie du sehen kannst. Wenn du dort ankommst, wirst du sehen, wie es weitergeht.” Thomas Carlyle

  • Sei achtsam – ohne zu bewerten. Beobachte deine Atmung. Lausche den Geräuschen in deiner Umgebung. Nimm bewusst den Geruch deines Essens war. Spüre beim Laufen den Kontakt deiner Füße mit dem Boden. Wo fühlst du Gefühle in deinem Körper? Wo spürst du Dankbarkeit, Angst, Freude oder Frust? Beobachte, ohne zu werten.
  • Thoughts become things. Alles hat mit einem Gedanken begonnen. Unsere Gedanken sind somit der Ursprung von allem, was kommt. Welche Gedanken in unseren Kopf gespült werden, können wir nicht beeinflussen. Wir können aber beeinflussen, ob wir diesen nachhängen und zu grübeln beginnen.
  • Übe dich in Dankbarkeit. Täglich. Ganz gleich, ob für den sonnigen Tag, für einen lieben Menschen, für die Worte einer Kollegin, dafür schmerzfrei zu sein oder dafür ein Dach über den Kopf zu haben. Beobachte, wo du diese Dankbarkeit in deinem Körper spürst.
  • Hör auf dein Herz. 

All das ist ein Prozess. Ein Auf und ein Ab. Zwei Schritte vor, einen zurück. An einem Tag fällt es leicht, an anderen Tagen unglaublich schwer. Es ist nicht schwarz oder weiß. Es sind all die Farbnuancen dazwischen. Es ist herausfordernd.  Wandel ist herausfordernd. Neuanfänge sind herausfordernd. Akzeptiere dies. Jeden Tag auf’s Neue. Und vergiss dabei nie, dass eine Veränderung immer auch eine große Chance für dich bereithält.

Ein besserer Zeitpunkt für einen Neubeginn wird nicht kommen.
Du wartest auf ein Zeichen?
Hier ist es. So.
Und jetzt schüttle den Staub ab.
Steig’ wie Phoenix aus der Asche.
Und mach’ dieses Jahr zu deinem Jahr.

 

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