Claudia (Virale Gedankenkraft): Hallo, herzlich willkommen auf “Virale Gedankenkraft”. Heute mit der siebzehnten Folge. Ich habe heute die liebe Manuela, Dilara und Ahngeli von Machbarschaft bei mir. Und ja, ich heiße euch herzlich willkommen. Danke, dass ihr dabei seid!

Gruppe: Hallo.
Hallo Claudia.
Hi.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Könnt ihr vielleicht uns kurz erklären, wer ihr seid und was ihr bei Machbarschaft macht?

Manuela Greipel: Ich bin Manuela von Machbarschaft, und ich bin dort hauptsächlich für die Kooperation und für die Strategie zuständig, und als Vorstand versuche ich so ein bisschen den Haufen zusammenzuhalten und zu gucken, wo wollen wir hin? Wie kommen wir da hin? Und mache so ein bisschen Troubleshooting, bei allem was ich kenne springe ich ein, außer beim Programmieren und im Tech-Bereich, das müssen dann andere tun. Ich gebe mal weiter an die Dilara.

Dilara Cagdas: Hi, ich bin die Dilara Cagdas, und ich bin für Social Media verantwortlich bei Machbarschaft, Instagram eher, und versuche das Marketing technisch voranzutreiben und bin recht neu. Deswegen, mal schauen, was noch alles auf mich zukommt.

Ahngeli Shivam: Ich bin die Ahngeli und ich bin seit April bei Machbarschaft, und unterstütze das Team im Human Resources-Bereich sowie bei möglichen Orga-Sachen oder bei Translationsangelegenheiten.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, kurz zu eurer Entstehungsgeschichte, da bin ich total neugierig: Wer seid ihr? Erzählt mal kurz, was macht ihr, was macht euch aus, und wer seid ihr?

Dilara Cagdas: Also wir von Machbarschaft sind ein bunter Haufen an Persönlichkeiten, die aus verschiedensten Kulturkreisen stammen. Wir sind jetzt schon mittlerweile 30 Personen, vielleicht auch ein bisschen mehr, und jeder kann seine persönlichen Stärken in das Team einbringen. Wir sind auch sehr sozial, kooperativ und das macht uns auch aus, und wir dulden auch überhaupt keine Diskriminierung, also bei uns ist wirklich jeder willkommen bei Machbarschaft.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay. Ja, das ist schön. Habt ihr euch eigentlich vor der Gründung schon gekannt?

Dilara Cagdas: Also, ich zum Beispiel habe keinen gekannt, ich bin da einfach reingeflutscht, kann ich sagen.

Ahngeli Shivam: Genau, da stimme ich der Dilara direkt zu. Wir haben uns tatsächlich alle vor der Gründung nicht gekannt, aber fanden das total spannend oder finden das total spannend um neue, engagierte, motivierte und vor allem diverse Menschen durch Machbarschaft auch teamintern kennenzulernen. Ein paar Machbarschaftler haben ihr Netzwerk genutzt und das Team so erweitert. Ich bin auch über einen vorherigen Machbarschaftler dazugekommen, aber es ist super spannend auch zu sehen, dass man sich in der Wirklichkeit gar nicht so fremd vorkommt. Also wir sind so eine kleine Machbarschaftsfamilie, oder zumindest eine tolle kleine Nachbarschaft, überall in Deutschland verteilt.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, schön. Wie seid ihr denn entstanden? Was waren eure ersten Schritte, sag ich jetzt mal als Machbarschaft, wie seid ihr entstanden?

Manuela Greipel: Also wir sind entstanden aus dem Hackathon der Bundesregierung, der Anfang März zum Lockdown stattfand. Und das Ganze war ein IT-Wettbewerb mit dem Namen WirVsVirus, der die besten Lösungen in der Corona-Krise preiskrönte. Und wir waren dann eines der Gewinnerteams und wurden anschließend für sechs Monate lang gefördert, zwei Monate lang vom Bund gefördert und ansonsten mit Beratung gefördert. Und daraus sind wir so ein bisschen gewachsen und haben uns gefunden, haben das Projekt vorangetrieben, und sind jetzt heute ein relativ großes Netzwerk aus Partnern von Bund, Land, Kommunen und auch weiteren gemeinnützigen und öffentlichen Organisationen und Institutionen und teilweise auch Einzelpersonen.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay. Ja, der Lockdown hat ja viele Impulse nach außen geschickt und zum Umdenken bewegt. Was war euer erster Impuls, als ihr euch entschieden habt jetzt Machbarschaft zu gründen oder dass ihr dieses Projekt ins Leben ruft?

Manuela Greipel: Also der erste Impuls war, dass wir Helfern helfen wollen zu helfen, also dass wir es möglichst allen einfach machen wollen Hilfe anzubieten, wenn sie das machen wollen. Und das war ja während des Lockdowns ein sehr großes Thema, denn viele hatten Zeit und mochten was tun und konnten aber nichts tun, weil sie gar nicht wussten, was zu tun ist. Und daraus haben wir uns entschieden zusammenzuwachsen und sind dann in eine Struktur gegangen, die ehrenamtlich und flexibel ist, und vor allem in einem Remote funktioniert, das heißt, wir sitzen überall in Deutschland. Ganz wichtig ist uns immer Spaß und Vertrauen, das heißt, wir treffen uns einmal die Woche in einem Video Call, auch meistens wirklich mit Videos und nicht nur mit Ton. Dann haben wir auch im Sommer ein bisschen die Möglichkeit gehabt, offline Veranstaltungen mit Workshops vor Ort, mit echten Menschen, nenne ich es jetzt mal, zu machen. Das heißt, wir haben Initiativen und Projekte durchgeführt, wo wir uns selber kennengelernt haben im echten Leben und auch andere Menschen in Echt getroffen haben.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Oh toll, schön! Könnt Ihr vielleicht den Zuhörern sagen, warum die Entscheidung auf eine App fiel. Was war der entscheidende Schritt, dass Ihr gesagt habt, wir wollen unbedingt eine App machen.

Ahngeli Shivam: Vielen Dank für die super interessante Frage. Dadurch, dass wir ja auch mehrere Projekte haben, beziehe ich mich dann eben tatsächlich erst mal auf die Machbarschaffts-App. Und ja, wir haben eigentlich gemerkt, dass es für viele Menschen noch zu viele digitale Hürden gibt und vor allem jetzt auch während der Pandemie. Und die werden nicht dadurch gelöst, dass man Menschen einfach verändert, sondern indem man existierende Technologien optimiert. Da der Mensch ja so wie er ist, eigentlich ja ziemlich wunderbar ist. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, eine inklusive Lösung zwischen der digitalen und der analogen Welt zu schaffen. Die Machbarschafts-App ist dabei ein Baustein der digitalen Lösung, die wir mit dem analogen Baustein im Festnetztelefon verknüpft haben.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Oh okay, was ist diese Festnetz-App nochmal, könnt ihr das näher erklären?

Ahngeli Shivam: Ja, dabei geht’s eigentlich darum, dass durch unsere digitale, analoge Nachbarschaftshilfe – Also wir haben eine automatisierte Telefonhotline und die kann von Hilfesuchenden schnell und einfach eben bedient werden. Über das Festnetztelefon, also vor allem für die ältere, weniger digital versierte Bürgergruppe gedacht. Und dort können sie dann eben ihr Anliegen z.B. Einkaufshilfe gesucht, abgeben oder aufgeben und über die künstliche Intelligenz in der App werden diese Unterstützungsfragen direkt eingespeist und dann wiederum an jüngere digital versierte Bürgerinnen oder Bürger verteilt, die dann aus der Umgebung das sehen und somit direkt diese Aufträge bearbeiten können und somit der älteren Bürgergruppen durchaus helfen können. Also diese Verbindung zwischen Alt und Jung, und zwischen analog und digital wird vor allem ausgebaut. Und so können wir schnell, sicher und auch skalierbar Hilfe leisten und die Gemeinschaft stärken.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay, wow! Vielen Dank, sehr interessant. Das heißt, da kommen wir schon zur nächsten Frage, wen genau möchtet ihr den damit erreichen? Welche Zielgruppe soll mit Machbarschaft erreicht werden oder wen möchtet ihr gezielt helfen?

Ahngeli Shivam: Ja, das hat Manuela teilweise ja schon ein bisschen angesprochen und ich gerade auch. Unser Ziel ist es praktisch, diese Hilfesuchenden und die Freiwilligen zu verbinden und somit haben wir eben diese zwei Zielgruppen: Einmal versuchen wir unseren Bekanntheitsgrad unter den tendenziell jüngeren Freiwilligen durch Social Media-Präsenz aufzubauen und unsere Kanäle haben bereits, jetzt vor Start der App, guten Rücklauf gezeigt, und durch die Pandemie ist einfach die Anzahl der Hilfesuchenden auch gestiegen. Also das sind die zwei Hauptzielgruppen und die Initiative erwuchs aus einer bereits zuvor bestehenden Versorgungsnotlage, die durch die Pandemie noch drastischer geworden ist. Wir versuchen natürlich diese Problematik, die wir jetzt erst erkennen, weiter zu bearbeiten und auch zu überlegen, welche Probleme zum Beispiel durch mögliche soziale Isolation auch auftauchen oder ohne Internetzugang. Diese Problematik, die hat ja schon vor Corona existiert, aber wir haben natürlich auch die Vision, Machbarschaft nachhaltig und über die Pandemie hinaus als Plattform zur Stärkung der Gemeinschaft und in der Gesellschaft zu etablieren.

Manuela Greipel: Genau, wie Ahngeli schon sehr gut erzählt hatte, würden wir zum einen gerne die wirklichen direkten Nutzer erreichen, uns ist es aber auch wichtig, dass wir Kooperationspartner erreichen. Also wir sind eine Lösung, die sowohl in der direkten Benutzung funktioniert als auch mit Kooperationspartnern funktioniert. Das heißt, wir gehen im Moment auf Kommunen, Initiativen und bestehende freiwilligen Organisationen zu, um dort das Vertrauen zu nutzen, dass die Analogen, nenne ich sie jetzt mal, also die weniger internetbasierten Menschen haben, um überhaupt Hilfe anzunehmen. Und wir versuchen auch bestehende freiwillige Organisationen dabei zu unterstützen, möglichst effizient arbeiten zu können und möglichst nochmal eine Erleichterung im Prozess zu haben.

Ahngeli Shivam: Das passt nämlich auch vor allem mit unserem anderen Projekt, über das wir bisher noch nicht wirklich gesprochen haben, zusammen. Danke, Manuela. Unser zweites Projekt ist nämlich die analoge Machbarschafts-Bank. Die Machbarschafts-Bank soll auf simple und agile Weise reale zwischenmenschliche Begegnungen im öffentlichen Raum in Städten fördern und somit das Bewusstsein für Mitmenschen, Material und Stadt erwecken. Da ist auch ein digitaler Aspekt dabei. Denn unsere Bank ist mobil und lädt zum beliebigen Orts- und Perspektivwechsel ein und ihr Standort ist gleichzeitig digital nachzuverfolgen. Und über den Sommer auch im Zusammenhang mit Kooperationen haben wir eben auch bereits Workshops organisiert, um gemeinsam Bänke zu bauen und so möchten wir auch langfristig vor allem nach der Pandemie, wenn das geht, die Anonymität in Städten senken sowie die Lebensqualität insbesondere für ältere Menschen stärken. Und ja, und hoffen, dass unsere Bänke eben Innenstadt, Parks oder auch den Stadtrand neu beleben können.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Wie darf man sich das vorstellen? Darf ich jetzt kurz die Frage stellen? Kann sich dann jeder beliebig hinsetzen, oder wie? Wie funktioniert diese Machbarschafts-Bank genau?

Ahngeli Shivam: Also man kann sich beliebig auf diese Bank setzen. Diese Bank wird dann z.B. im Park oder in der Innenstadt stehen. Man kann auf der App gucken, wo sie sich gerade befindet. Eventuell wurde sogar die Bank von der eigenen Kommune gebaut und die ist als Machbarschaft-Bank ausgeschildert. Es sind noch so ein paar Teaser drauf, die dann zum Gespräch anregen und wir hoffen, dass sich dann auch Fremde einfach zusammen draufsetzen und vielleicht ein Gespräch führen und sich generationsübergreifend austauschen.

Manuela Greipel: Ja, genau und zusätzlich zu diesem analogen Bank-Projekt hat Ahngeli schon angedeutet, dass man im Internet finden kann, wo sich die Bank befindet. Wir sind hier ein sehr technisch ausgerichtetes Projekt und so bald wir unseren Telefonservice jetzt über den Winter hoffentlich komplett laufend bekommen haben, würden wir dann auch versuchen noch die Analog-Digital-Brücke weiter bei der Machbarschaft-Bank zu implementieren. Das heißt, wir würden zum einen Features entwickeln, die man dann online wieder benutzen kann. Vielleicht sind das auch Geschichten, die man aufnehmen und auf der Plattform stellen kann. Oder vielliecht sind das auch digitale Parts, wie Platinen löten, damit man auf der Bank wieder neues digitales Feature hat, das man dann wieder im Workshop implementieren kann, um da auch wieder in Analog-Digital-Brücke zu schaffen.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay! Wow, was für eine schöne Geschichte. Ich bin mir sicher, die Machbarschafts-Bank wird auch ziemlich, ziemlich oft benutzt werden, weil vor allem man jetzt in der Pandemie merkt, welche Zielgruppen eigentlich vergessen oder nicht viel Beachtung geschenkt werden. Also ich werde mich auf jeden Fall auf so eine Bank hinsetzen, wenn sie jetzt im Süden angekommen ist. Und weil das fehlt, das fehlt einfach, dass diese Kommunikation ja entgeht…

Dilara Cagdas: Und das ist auch sehr gesund für die Gesundheit, also wenn du jetzt zusammen mit jemand anderem die Bank trägst, tust du ja auch nebenbei etwas mit deiner Gesundheit, und das ist auch schön, wenn man das gemeinsam machen kann.

Manuela Greipel: Zusätzlich haben wir auch schon Anfragen von Kommunen, die dann teilweise in verschiedene Ortschaften geteilt sind. Und um diese Ortschaften wieder miteinander zu verschränken, zu verbinden und die Kommunikation zu fördern, wollen die auch im kommenden Jahr Workshops mit uns machen, um dann für alle Ortschaften zusammen diese Bänke zu bauen und dann innerhalb der Ortschaften wieder einen Austausch zu erleben, um dann auch so eine Gemeinschaft im dörflichen Umfeld zu stärken. Was anscheinend nicht so einfach ist, wie es in der Stadt ist, weil da kann man nicht einfach von Stadtteil zu Stadtteil laufen, sondern da sind bisschen Strecken dabei und die Mentalität ist vielleicht ein bisschen anders. Und ja, das denke ich, könnte auch gut funktionieren dann im Sommer.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Nein, das auf jeden Fall, und ich glaube, für die älteren Menschen – das merke ich auch bei mir, weil wir sind ja ein Kurort und es ist sehr schwer zu fremden Menschen Kontakt zu knüpfen. Und wenn man ein Lächeln schenkt oder wenn man versucht in Kontakt zu treten, wird man erst mal komisch angeschaut. Und ich glaube so eine Bank, die diesen ersten Kontakt herstellt, ich glaube, dass sie schon – also mich spricht es total an und ich glaube, das, was ich jetzt sehe, schon seit einem Jahr in der Pandemie – Ein tolles Projekt! Also ich kann nur sagen, Chapeau! Und wie gesagt, ich freue mich, wenn es hier ankommt, weil dann würden wir das auch hier machen. Jetzt komme ich zu meiner nächsten Frage: Bei euch kann man sich ehrenamtlich engagieren, richtig?

Dilara Cagdas: Ja, sozusagen kann jeder sich bei uns ehrenamtlich engagieren, Personen mit Vorkenntnissen oder ohne Vorkenntnisse, weil jede Person bei uns eigentlich einen ganz anderen Background hat und macht das meiste bei Machbarschaft, ist dann das, was sie im wirklichen Leben nicht tun, und so lernt man auch seine Stärken besser kennen und das verbindet dann auch gemeinsam.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay.

Ahngeli Shivam: Ja, wir arbeiten auch unglaublich flexibel, also jeder steckt praktisch die Zeit rein die er hat, und ich zum Beispiel bin im HR-Bereich in der Personalabteilung praktisch von Machbarschaft, und wir bemühen uns da wirklich, auch für jeden ein Plätzchen zu finden damit er sich ausleben kann und auch neues lernen kann, und wir freuen uns natürlich auch immer über neue Team-Mitglieder. Und falls sich irgendwer engagieren möchte und Machbarschaft interessant findet, kann er sich gerne auf unserer Webseite oder auf unseren sozialen Medien informieren oder sogar direkt uns eine E-Mail schreiben an hallo@machbarschaft.jetzt und das würde uns total freuen!

Manuela Greipel: Das passt auch sehr gut zu unserem Vereinszweck, also wir wollen ja sozusagen eine Plattform bieten, die es ermöglicht zu helfen, und da ist auch der ehrenamtliche Faktor ein sehr wichtiger Punkt. Also wir haben gemerkt, wenn alles ehrenamtlich läuft und sehr, sehr unstrukturiert, dann ist es schwierig, um zusammen Projekte zu erreichen. Und deswegen haben wir im April 2020 beschlossen, einen Verein zu gründen, um das ein bisschen in Form zu gießen und Bottom-up-Prozesse zu implementieren, damit jeder sich mitgenommen fühlt und den Ehrenamtlichen eine Struktur zu bieten, um zu helfen. Also da sind wir jetzt auch an der Planung für das nächste Jahr und für die Folgejahre, dass wir ein paar Hauptämter installieren, um Dinge abzudecken, die wir dann brauchen, um für Kooperationspartner wirklich auch verbindlich Kooperationen eingehen zu können. Und so können wir dann als eine Art Projekt-Plattform wirken, um kleineren Projekten auch als Hub zu dienen, damit sie ihre kleineren Projekte wie zum Beispiel auch die Nachbarschaftsbank realisieren können. Und ja, da versuchen wir halt zu unterstützen und dafür dann auch Brücken zu schlagen, so NGOs, Stiftungen und Kooperationspartnern, also das wird wahrscheinlich längerfristig dann darauf hinauslaufen.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay, sehr gut. Das heißt, der Auslöser bei euch war schon, dass ihr gesagt habt, dass ihr helfen möchtet, also wir als Machbarschaft möchten helfen, aber wir möchten auch oder wünschen uns, dass eben auch die Menschen, die mit uns zusammenarbeiten anderen Menschen helfen: Sehe ich das richtig?

Manuela Greipel: Genau. Dann im besten Fall auch noch eine Plattform bieten, damit Leute von außen, die helfen möchten auch wiederum ihre Hilfe anbieten können, also dass man wirklich so eine Art Helferzirkel dann hat, wo auch Leute, die einmal Hilfe brauchen, vielleicht selber wieder helfen können beim nächsten Mal. Also, dass man die Hilfe auch nicht als Schwäche sieht, sondern eigentlich als Stärke und sagt, “Mensch, es ist schon mal total gut, wenn jemand sagt dass er Hilfe braucht”, weil das ist ja wirklich schon sehr beachtlich um überhaupt Hilfebedarf zu kommunizieren. Und wenn dann sich noch jemand findet, der das erledigen kann, dann ist, denke ich, schon sehr viel gewonnen. Wenn die beiden sich auch noch direkt per Telefon oder wie auch immer dann zusammen gesprochen haben, dann haben wir auch noch soziale Kontakte bestärkt, und das ist dann immer was, was Spaß macht und was uns auch antreibt.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay. Ich muss ehrlich zugeben, ich bin so ein kleiner Fan. Seit dem Hackathon stehe ich auch mit euch in Kontakt und ich verfolge auch sehr gerne, was ihr macht. Und es ist eine sehr wichtige Arbeit! Ich weiß nicht, ob man das jetzt vielleicht ohne Corona so schnell umgesetzt hätte können, aber es war so notwendig und ich finde es so wichtig was ihr macht, und ich finde es vor allem noch wichtiger, dass ihr mit Spaß dran bleibt, dass ihr immer noch diesen Fokus habt um Menschen helfen zu wollen. Ich glaube, mit den Jahren wird man auch herausfinden, dass es genau das Richtige war. Jetzt habe ich noch eine vorletzte Frage: Wie fühlt ihr euch jetzt in dieser Pandemie? Wie fühlt ihr euch mit diesem Projekt, als Machbarschaft, als Verein?

Manuela Greipel: Eine kurze Rückfrage: Füllen oder fühlen?

Claudia (Virale Gedankenkraft): Fühlen, von Gefühlen.

Manuela Greipel: Also in der Pandemie fühlen wir uns so, dass wir gebraucht werden und, dass wir jetzt auch wirklich gucken, dass wir unsere Lösungen so weit vorbereiten, dass sie, dass sie auch wirken können. Also wir haben irgendwie so eine Motivation, dass wir jetzt zur richtigen Zeit die richtige Herausforderung angenommen haben, um das Problem zu lösen, was besteht. Und das ist das, was uns auch antreibt und wo wir auch motiviert sind, immer wieder neue Leute finden oder auch Leute, die zwischendurch vielleicht mal ein, zwei Monate vom Job her weniger Zeit hatten, sie dann wieder zurückkommen und sagen, ich unterstütze euch oder ich komme im Januar dazu und kann euch einen Monat helfen. Und es ist einfach eine sehr proaktive Art der Zusammenarbeit. Und ja, das ist so das, wo wir uns fühlen. Wir fühlen uns, glaube ich, so ein bisschen angekommen in unserem Verein. Das hat ja ein bisschen gedauert, während der Pandemie zu gründen und die Gemeinnützigkeit zu haben. Dadurch, dass wir das jetzt haben, sind wir halt eine Gesellschaft und können dann auch Kooperationen eingehen, dass wir ja als Einzelpersonen hätte das von der Haftung ja gar nicht geklappt. Und so wie das jetzt strukturiert ist, klappt das sehr gut und wir haben auch viel Unterstützung von außen. Pro-bono-Beratung von Rechtsanwälten und so weiter. Was uns dann natürlich hilft, das, was wir eigentlich wollen und fühlen, weiter voranzubringen.

Ahngeli Shivam: Ja, ich würde dann auch grade nochmal eine Kleinigkeit hinzufügen. Es ist natürlich auch total toll, einfach zu sehen, dass so viele Menschen sich so in dieser Pandemie engagieren. Wir sind alle davon betroffen und, dass man doch in Anführungszeichen so leicht dazu beitragen kann, dass es für viele Menschen einfacher wird in dieser Pandemie, das ist natürlich einmal der Sinn von Machbarschaft. Aber ich glaube, das treibt eben auch jeden einzelnen bei Machbarschaft mit an und man hat halt auch so eine kleine Gemeinschaft für sich nochmal gefunden. Zwar arbeiten wir alle Remote und ich hatte ja schon erwähnt, dass es sich trotzdem so anfühlt, als wären wir eine kleine Familie. Es gibt also ganz viele Aspekte des Gefühls, einmal man tut was, man trägt, irgendwie dazu bei, man ist produktiv in dieser schwierigen Zeit. Man sieht diese Veränderung in der Welt und gleichzeitig hat man für sich auch nochmal so ein super tolles Team gefunden.

Claudia: Schön, schön. Jetzt komme ich zu meiner letzten Frage, was sind eure Zukunftsvisionen mit Machbarschaft?

Dilara Cagdas: Also wir haben natürlich einige Zukunftsvisionen und wahrscheinlich werden auch mehr Zukunftsvisionen hinzukommen, aber wir möchten Stück für Stück darauf arbeiten. Also eines unserer Ziele der Zukunftsvision ist es, dass die Anwendung auf dem Markt seinen Platz findet und so bald wie möglich online geht, sodass Hilfesuchende und freiwillige Helfer Machbarschaft problemlos anwenden können. Aber damit das geschieht, benötigen wir natürlich tatkräftige Unterstützung von Tech-Begeisterten, weil es fehlen momentan ein paar Techies bei uns, und dann würden wir auch ein bisschen schneller auch vorankommen. Es würde uns sehr freuen, wenn sich Mitbürger in Machbarschaft wiederfinden und sich damit identifizieren können, denn es soll ja auch Spaß machen und die sollen ja auch dann die Vision mit uns teilen, dass wir helfen und Hilfesuchende dann auch helfen oder Helfer auch Hilfe suchen. Unsere Zukunftsvision ist es auch, dass viele Menschen von unserer Idee erfahren, darüber sprechen und auch anwenden. Es ist nicht einfach, sich bekannt zu machen, doch liegt es uns sehr am Herzen, unsere App in die Gesellschaft einzubringen und zu integrieren. Also wir möchten, dass die App wirklich seinen Platz findet und die Menschen auch wirklich wissen, dass es überhaupt so eine App gibt. Wenn die Menschen nicht davon wissen, können sie auch nicht wissen, wie sie überhaupt helfen können, weil wir alle haben wir in unseren Herzen ein Bedürfnis zu unterstützen und zu helfen, aber viele trauen sich es nicht, und über die App würde es das ein bisschen vereinfachen. Dann würde ich noch die Vision Nummer 3 sagen, wenn wir uns das bildlich vorstellen, dass wir die Gesellschaft zusammenrücken, vereinen und verbinden, die Ängste beiseitelegen und lernen, uns gegenseitig zu unterstützen. Und dann, dass es zur Gewohnheit wird, dass wir Menschen uns unterstützen, denn der Mensch ist ein Gewohnheitswesen, und wenn wir uns daran gewöhnen, dann wird das einfach zum Alltag gehören und es wird dann zur Normalität. Es ist dann auch eine schöne Vorstellung, sich gegenseitig zu unterstützen, und es ist auch eine realistische Vorstellung.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, ich wünsche euch das auf jedem Fall von ganzem Herzen, und ich finde es wie gesagt toll was ihr macht! Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn wir in Kontakt bleiben, wenn wir uns vielleicht mal austauschen, wie ihr euch entwickelt habt. Ich danke euch von ganzem Herzen, dass ihr dabei wart und dass ihr erzählt habt wer Machbarschaft ist und wir ihr entstanden seid und eure Zukunftsvisionen, weil genau das ist das, was wir brauchen, vor allem jetzt sind solche schwierigen Zeiten. Also vielen, vielen Dank, dass ihr dabei wart!

Ahngeli Shivam: Vielen Dank auch für deine Unterstützung und dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Wir haben uns total gefreut, hier sein zu dürfen, mit dir über Machbarschaft, unser Herzensprojekt zu reden und das auch mit deinen Zuhörern zu teilen!

Dilara Cagdas: Ja, wir bedanken uns, danke dir. Und viel Spaß und viel Glück mit dem, was du machst, weil ich selbst und wir selbst respektieren das auch was du machst: Es ist echt schön und du machst es auch mit Herzen, das sieht man.

Manuela Greipel: Vielleicht treffen wir uns ja mal auf einer Machbarschaftsbank.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Oh ja, das wäre toll! Oh, das wäre cool. Dann kommt als allererstes eine dicke Umarmung.

Manuela Greipel: Genau, wahrscheinlich vorher mit der Bank und mit der Umarmung dann das Jahr später, aber das schaffen wir!

Claudia (Virale Gedankenkraft): Also vielen Dank, dass ihr dabei wart. Ich wünsche euch alles, alles Gute. Ein gesundes, neues 2021 und vielen Dank, dass ihr eingeschaltet habt.

Gruppe: Tschüss.
Tschüss.
Tschüss Claudia.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Und an die Zuhörer: Wir hören uns in der nächsten Folge. Vielen Dank, dass ihr dabei wart! Danke schön. Tschüss!