Claudia (Virale Gedankenkraft): Heute im Gespräch auf Virale Gedankenkraft habe ich die liebe Katharina Krentz. Sie arbeitet seit 2005 bei Robert Bosch als New Work Consultant und seit 2019 hat sie Connecting Humans gegründet. Hallo, liebe Katharina!

Katharina Krentz: Hallo, liebe Claudia! Ich freue mich riesig, hier zu sein.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Liebe Katharina, ich habe ein paar Fragen an dich. Ich danke dir erst einmal ganz herzlich, dass du dabei bist. Ich würde sagen, wir legen los. Du hast bereits in verschiedenen Ländern wie zum Beispiel Afrika, China, China ist bewundernswert, also ich würde auch mal gerne nach China reisen, und in den USA gelebt. Du sagst so schön, es geht ja immer um Krentzen aufbrechen und überwinden: Geht nicht, gibt’s nicht. Was meinst du genau damit?

Katharina Krentz: Ja, danke. Also ich mag Wortspiele und mit meiner Hochzeit 2016 habe ich meinen Namen geändert. Ich hieß vorher Katharina Perschke und heiße jetzt Katharina Krentz. Das sind zwei harte Ks, aber mit dem Krentz kann man natürlich ganz viel machen, ne? Kaffeekränzchen oder ich fühle mich ausgegrenzt. Und so kam irgendwann auch dieses Krentzen überwinden und Krentzen aufbrechen, weil das etwas ist, was mich wirklich sehr anspornt und was sich wie ein roter Faden auch durch mein Leben und durch meine berufliche Karriere zieht. Weil mich treiben Themen an, bei denen andere sagen: Das geht nicht, das kannst du nicht, das gibt’s nicht. Das heißt, ich mag genau solche Herausforderungen und ich mag genau diese Themen und diesen Fokus rund um New Work oder die Veränderung der Arbeitswelt rund um Zusammenarbeit und Vernetzung und würde aber mit dem Krentzen aufbrechen und überwinden nicht unbedingt das Projekt Weltfrieden in Angriff nehmen wollen, sondern bleibe lieber bei meiner originären Home Turf, dem Wandel der Arbeitswelt.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay, cool. Jetzt eine eher für mich außergewöhnliche Frage. Nochmal für die Zuhörer, die Working out loud Methode, du bist da drin schon sehr gut, du tust es auch regelmäßig applizieren. Wann war dein erster Berührungspunkt mit der Wollmethode?

Katharina Krentz: Ja, mit der Wollmethode war mein erster Berührungspunkt 2015 bei einem Meetup mit John Stepper, der die Methode dort vorgestellt hat, den Begriff Working Out Loud und die Idee von Working Out Loud gibt’s ja schon sehr viel länger, nämlich schon seit 2010. Aber erst mit John Stepper kam das gleichnamige Buch und die Working-Out-Loud-Zirkel-Methode, das heißt die Schritt für Schritt soziale Lernmethode, um zu erleben, zu erproben und auch zu lernen, wie man in diesem Stil arbeitet.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay. Das heißt, wie kamst du auf John Stepper?

Katharina Krentz: Recherche in diesem Internet da draußen. Also, ich habe angefangen, mich 2010 mit dem Einsatz von sozialen Medien im Unternehmen zu beschäftigen. Einfach weil ich selbst aktiver User war der allerersten Plattform, auf der es um Dialog und Austausch ging.

Ich bin 2005 zu Bosch gewechselt, habe aber ein Leben vor Bosch und bin dann für Bosch von Niedersachsen nach Stuttgart, also nach Baden-Württemberg gezogen. Das heißt vom Norddeutschen in Süddeutsche. Und habe dadurch, um Kontakt zu Freunden, Familie zu halten, aber auch zu den Menschen, die ich aus aller Welt kenne, war ich viel im Internet und viel auf diesen sozialen Plattformen unterwegs.

Und ich habe 2010 angefangen, mich professionell mit dem Einsatz von solchen Technologien im Unternehmen zu beschäftigen und habe da angefangen, mich sehr verstärkt um Community-basierte Zusammenarbeit, Community-Building zu kümmern. Und bei Recherchen im Internet, wie wir Community-Manager, also Menschen, die sich um genau solche Communities kümmern, wie wir die ausbilden können und müssen, bin ich über Working Out Loud gestolpert. Und das war schon 2012. Und ich habe angefangen, natürlich, John Stepper hat damals schon gebloggt, genauso wie einige andere.

Ich habe angefangen, ihnen zu folgen. Ich denke, du und hoffentlich auch deine Zuhörer kennen diese Mechanismen. Man entdeckt spannende Menschen, die viel zu sagen haben, die interessante Dinge posten, bloggen, aufzeichnen. Man fängt an, ihnen zu folgen und konsumiert das, was sie produzieren. Und wenn etwas Wertvolles dabei ist, tritt man in den Dialog auch mit diesen Menschen und tauscht sich mit ihnen aus und kann dann natürlich einiges für sich selbst und für die eigene Arbeit mitnehmen.

So, und Anfang 2015 gab es ein Treffen bei der Deutschen Bank in Frankfurt, zu dem ich eingeladen wurde, dazu zu kommen, weil dort John Stepper in einem Meetup seine Methode vorstellen wollte. Und ich kannte den Begriff, ich kannte John Stepper aus dem Internet. Ich wusste, womit er sich beschäftigt und hab natürlich zugesagt, daran teilzunehmen. Und John war über Skype dazugeschaltet, hat sein Buch vorgestellt, hat die Methode vorgestellt.

Ich habe wirklich nur Bahnhof verstanden am Anfang, habe dann aber entschieden, weil ich jemand bin, der sehr neugierig ist, sehr offen ist für neue Themen, in dieser Gruppe haben wir dann entschieden, dass wir diese Methode ausprobieren, haben dort die ersten Working Out Loud Circles gegründet und die Methode quasi an uns selbst erprobt.

Und ich habe dann in Woche 3 dieses Programms festgestellt, dass das wirklich sehr wertschöpfend ist und dass wir das dringend im Unternehmen brauchen. Und ich habe dann angefangen, mit John Stepper sehr eng zusammenzuarbeiten, diese Methode weiter zu adaptieren und auf Bosch-Bedürfnisse anzupassen, sodass wir sie wirklich gut einsetzen und auch nutzen können.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay. Jetzt möchte ich gerne wissen, lief von Anfang an alles glatt? Sagst du, es war alles glatt oder bist du auch mal gescheitert?

Katharina Krentz: Ich glaube, scheitern gehört einfach dazu. Das Ding ist, ich selber betrachte das gar nicht als Scheitern, denn Scheitern ist ein sehr, sehr hartes Wort. Und für mich bedeutet Scheitern immer, ich habe Millionen Euro irgendwo versenkt oder irgendwer ist zu Schaden gekommen oder so. Also ich sehe es eher als Experimente, die nicht aufgehen und die nicht funktionieren oder als Fehler, die ich einfach mache. Und gescheitert oder dass etwas nicht glattläuft, das passiert mir regelmäßig und das ist ganz normal.

Wann läuft schon immer alles glatt?

Ich habe zum Beispiel meinen allerersten privaten Wollzirkel, den ich damals auch wirklich im Mai 2015 begonnen hatte, der ist zum Beispiel in der sechsten Woche direkt gescheitert oder wir haben ihn abgebrochen. Und ich habe dann intern bei Bosch mit parallel drei weiteren Zirkeln weitergemacht.

Als wir die ersten Piloten mit damals 10 Zirkeln gestartet haben, habe ich gleich drei davon übernommen. Dann fand meine damalige Chefin die Idee, Working Out Loud zu treiben, auch nicht so spannend, sodass ich dann am Ende des Jahres direkt den Job gewechselt habe, einfach nur, um WOL weitermachen zu können. Und WOL professionell in einer Organisation wie Bosch zu verankern, ist natürlich auch nicht ganz einfach und da geht auch nicht alles glatt.

Vielen macht diese Methode Angst, da sie Vernetzung, Transparenz, offene Kommunikation, Mitbestimmung und eigenverantwortliches Lernen mit sich bringt. Das gefällt natürlich nicht unbedingt jedem. Dann das Partnering mit unserem Trainingsbereich war nicht ganz einfach, weil WOL extern und auch intern bei Bosch kostenlos ist für alle Teilnehmenden. Das war aber damals nicht sehr einfach abzubilden, weil das das bisherige Geschäftsmodell, nämlich kostenneutral zu agieren und Kosten auf Teilnehmer umzulegen, das hat das Geschäftsmodell des Trainingsbereichs direkt kannibalisiert, war also auch nicht so besonders einfach zu machen und dann Mitstreiter auch aus sehr hohen Führungsebenen zu gewinnen, das läuft auch nicht immer glatt, schon gar nicht, weil man sehr harte BWLer KPIs nicht messen kann und somit in Zahlen, Daten, Fakten den Mehrwert, den diese Methode bringt, auch nicht direkt im McKinsey-Fachjargon Ausdruck verleihen kann. Also es gibt ganz, ganz viele Grenzen. Es gibt ganz, ganz viele Dinge, die nicht immer glatt laufen. Aber einfach kann ja irgendwie auch jeder.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, das stimmt. Und ab wann wusstest du, dass diese Wollmethode deine Methode ist, dass du damit arbeiten möchtest? Und vor allem, du bist ja auch Woll-Coach, richtig?

Katharina Krentz: Ja, genau. Aber das hat sich tatsächlich so nebenbei ergeben. Ich glaube, Working Out Loud hat irgendwie mich gefunden. Ich war damals die erste, die das Potenzial der Methode erkannt hat und Working Out Loud in einem Unternehmen eingesetzt hat. Primär war die Methode ja dazu gedacht, dass Menschen Social Media besser nutzen, um für sich selbst und durch Sichtbarkeit mehr Möglichkeiten für das Privat- und Berufsleben zu erschließen.

So und durch meine Arbeit und das, was ich dann gemacht habe bei Bosch wurde Working Out Loud businessrelevant und durch die vielen Jahre, die wir Working Out Loud jetzt schon einsetzen, und zwar nicht nur diese Zirkelmethode, also nicht nur die Basismethode, sondern viele weitere Adaptionen wie zum Beispiel Working Out Loud für Leader als begleitetes Programm, mittlerweile für Teams im Onboarding, als experimenteller Workshop, um die WorkingOut-Loud-Haltung und die Fähigkeiten, die dafür notwendig sind, weiter auszuprägen.

Und da habe ich, glaube ich, jetzt einfach die längste Erfahrung. Bosch ist zudem sehr divers. Vom Startup über klein- und mittelständisches Unternehmen, Großkonzern oder sogar Behörde haben wir alle möglichen Testumgebungen. Bosch, 403 000 Mitarbeiter in 60 Ländern. Das ist einfach ein sehr, sehr großes Testgelände. Und ich habe dann auch 2017/18 angefangen, im Auftrag für Bosch auch extern zu beraten, andere zu begleiten und zu schulen.

Und genau deshalb habe ich mich dann Ende 2019 selbstständig gemacht, um noch mehr Working-Out-Loud-Interessierten zu helfen und bin nicht nur als Woll-Coach aktiv, sondern bewege mich auch auf ganz vielen anderen Themenfeldern rund um Vernetzung, Zusammenarbeit, Digitalisierung, Kommunikation und Sichtbarkeit.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay, eine ganze Menge. Cool. Glaubst du, dass, weil es wir haben es ja jetzt auch mit einer Pandemie zu tun und da möchte ich jetzt kurz draufkommen und zwar: Glaubst du, dass die Coronakrise der Durchbruch für die Wollmethode war? War die Woll-Methode schon vorher sehr ausgeprägt nach außen oder sagst du, sie ist durch Corona jetzt angekommen da draußen?

Katharina Krentz: Nein, ich glaube, der Durchbruch der Methode war schon 2017, als die ersten anderen Großkonzerne nachweislich Erfolg durch den Einsatz von Working Out Loud hatten, wie damals Daimler, BMW, ZF, Continental, Rosch, Die Deutsche Bahn und noch einige andere mehr. Aber die Working Out Loud affinen Menschen hatten es sicher einfacher, jetzt in der Pandemie oder in der Coronakrise, weil Working Out Loud affine Menschen sehr, sehr gut vernetzt sind und haben keine Schwierigkeiten, ihre Netzwerke weiter auszubauen.

Dadurch bekommen sie sehr, sehr schnell, sehr viel mit, haben Zugang zu Weiterbildungen, zu Events, zu Austausch aller Art und die Themen Social Distancing oder Langeweile sind einfach kein primäres Problem. Und die Working-Out-Loud-Zirkel-Methode ist ja primär für Onlintreffen und die Nutzung von Social Media ausgelegt, sodass die Methode sehr, sehr gut in die aktuelle Zeit und in die Situation passt.

Und Working Out Loud schult ja digitale Kompetenzen, was etwas ist, das wir alle dringend brauchen heutzutage, sodass ich schon glaube, dass die Methode jetzt in der Pandemie nochmal einen neuen Hochlauf erfährt oder nochmal eine andere Art von Sichtbarkeit und Wirksamkeit erfährt, aber den wirklichen Durchbruch, den hatten wir, glaube ich, schon vor drei Jahren.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Jetzt sind durch die Woll-Methode neue Netzwerke entstanden, im Unternehmen, auf unternehmerischer Ebene, aber auch zwischenmenschlich. Warum, glaubst du, ist das Netzwerken so wichtig für Unternehmenskulturen, aber auch für die, sage ich jetzt mal, Privatpersonen?

Katharina Krentz: Ich bin davon überzeugt, dass nur gut vernetzte Menschen auch wirklich vernetzte Produkte, Dienstleistungen und Services denken, erfinden, entwickeln und fertigen können. Zudem werden viele Themen zumindest gefühlt immer komplizierter und immer komplexer. Und mit den Kollegen und Kolleginnen, die in einem Büro sitzen oder die in einem Freundeskreis zusammenkommen, reicht oftmals das dort vorhandene Wissen nicht aus, um weiterzukommen.

Das heißt, aktive und starke Netzwerke bieten hier Zugang zu vielen, vielen diversen Perspektiven zu Wissen und Erfahrungen und das ist global skalierbar. Das heißt intern hoch vernetzte Unternehmen, in denen Wissen geteilt wird, in denen man sich darauf basierend weiterentwickeln kann, in denen sich das Wissen immer weiterentwickelt und immer wieder auch von außen angereichert wird, diese Unternehmen sind definitiv innovativer, können sehr viel besser mit Marktschwankungen umgehen und sind auch in sich aufgeschlossener.

Und wir sehen heute in der Krise, dass Menschen, die gut vernetzt sind, eben dadurch, dass sie Zugang zu so viel Wissen und so viel Austausch haben, einfach besser informiert sind, sich wohler fühlen, gesünder sind und es ihnen allgemein besser geht. Und dann möchte ich nochmal an unsere Sonntagsspielrunde erinnern. Von diesen Aktivitäten gibt es ganz, ganz viele.

Claudia, wir kannten uns ja vorher auch nicht. Wir kannten uns plötzlich über Twitter und haben angefangen, sonntags abends zusammen online zu spielen. Womit haben wir denn angefangen? Ah, wir haben mit Stadt, Land, Fluss begonnen. Aktuell spielen wir Montagsmaler. Das ist eine Sonntagsaktivität. Dann gibt es mittwochs die Corona-Ugly-Bar, dann gibt es samstagsabends Online-Tanzveranstaltungen. Es gibt so viele Aktivitäten von Menschen, die einfach aus diesem Netzwerk heraus so viel Kraft und Ideenreichtum schöpfen, dass sich daraus solche Events, solche Freizeitaktivitäten im Endeffekt gestalten lassen, die über schwierige Zeiten auch hinweghelfen.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, das ist unglaublich. Und vor allem, stimmst du mir dazu, wenn ich sage, dass es eben auch für introvertierte, zurückhaltende Menschen eigentlich die Pandemie eine Hilfe gewesen sein könnte? Für die persönliche Weiterentwicklung, aber auch beruflich zum Beispiel, dass sie sagen: “Boah, ich merke jetzt gerade, ich möchte das das tun.

Katharina Krentz: Ja, ich merke, dass für introvertierte oder eher introvertierte, schüchterne Menschen ganz neue Räume aufgehen und ganz neue Chancen sich bieten. Also, für mich zum Beispiel, wenn ich nicht live in einem Workshop erscheinen muss mit zehn anderen Menschen, sondern wir uns über Teams oder Zoom oder Skype treffen, dann habe ich jetzt viel mehr Möglichkeiten, mich zu Wort zu melden. Ich kann in den Chat schreiben, ich kann die Hand heben, ich kann anmuten und sprechen.

Das sind drei Möglichkeiten, die ich in einem live Vor-Ort-Szenario nicht gehabt hätte. Da hätte ich immer sprechen müssen. Und die Chance, dass ich hier in meinem eigenen Homeoffice sitze, in meiner eigenen Umgebung, mit meiner eigenen Energie, ohne Mundschutz, mit Zugang zu meinem eigenen Kaffee und eigenem Klopapier, ist etwas, was mich grundsätzlich wohler fühlen lässt. Also ich komme hier zu Hause besser in meine Kraft, in meine Stärke als in einem Workshop-Szenario mit Menschen, die ich vielleicht auch nicht kenne.

Und es eröffnen sich dadurch andere Möglichkeiten, nämlich virtuell digital, vernetzt, global, ganz anders zu arbeiten. Und ich glaube jetzt gerade, da uns bewusst wird, dass wir viele, viele Perspektiven, Wissen und Erfahrungen brauchen, um die heutigen Probleme zu lösen, haben wir jetzt die Chance, diese sonst vielleicht eher leisen Stimmen oder die Stimmen, die sich sonst vielleicht auch gar nicht zu Wort melden, ganz anders anzusprechen, ganz anders, uns mit ihnen auszutauschen und ganz anders einzubeziehen.

Also ich glaube, ja, das ist eine große Chance für introvertierte Menschen, die jetzt wirklich die Möglichkeit haben, sich noch ganz anders zu Wort zu melden. Mit viel mehr Möglichkeiten auch sie selbst zu sein und gut auf sich selbst zu achten.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, das stimmt, das habe ich auch gemerkt. Und vor allem auch die Arbeitsweisen sind da auch anders. Es ist interessant, was die Pandemie alles so geschafft hat und vor allem wie die Woll-Methode, also ich sage dir ganz ehrlich, wäre die Pandemie nicht gewesen, ich hätte bis heute nicht von der Woll-Methode und von John Stepper erfahren. Ich bin ganz ehrlich. Und ja, ich möchte jetzt kurz noch einen Satz aufgreifen von dir, und zwar, du hast mal gesagt: “Kein IoT, Internet of Things, oder Internet of Everything, ohne starkes aktives und diverses IoP, Internet of People. Wenn du daraus einen Pfannkuchen zaubern dürftest, welche Zutaten würdest du nehmen für ein gutes diverses IoP?

Katharina Krentz: Also ich weiß nicht, wie du das recherchiert hast, aber ich liebe Pfannkuchen. Ich kann aber nicht kochen. Das ist so ein bisschen der Running Gag, hier bei uns Zuhause kocht mein Mann. Das heißt, bei die Zutatenfrage, da bin ich ehrlich ein bisschen überfragt. Aber was ich auf jeden Fall für so ein starkes, aktives Netzwerk einbringen würde, das wäre zuallererst aufgeschlossene Menschen, die offen mit Neuem umgehen, die neugierig sind und sich ehrlich für andere Menschen interessieren.

Das heißt ECOsystem statt EGO, also wir statt ich, ist hier die absolute Basisdevise. Dann braucht es natürlich einen Rahmen, der offenen Austausch fördert und honoriert, dass Silo-Strukturen abgebaut und übergeordnete Ziele verfolgt werden. Weil nur, wenn wir Cross Organisational wirklich zusammenarbeiten und dieser Austausch auch wirklich funktioniert, nur dann kriegen wir die Themen, glaube ich, gut bearbeitet. Dann brauchen wir natürlich eine Plattform, so wie wir jetzt Twitter nutzen.

Eine Plattform, auf der wir uns alle treffen können, auf der wir uns alle austauschen können, auf der Menschen sichtbar werden können mit ihren Talenten und Fähigkeiten, Interessen und Themen und auf der es nicht um Hierarchie, Status oder Rolle geht, sondern wirklich um den Menschen und was ihn ausmacht. Dann braucht es ein Betriebssystem in Organisationen, das genau diese Themen wirklich fördert, und Führungskräfte, die die Mitarbeitenden unterstützen, wenn sie gut vernetzt denken und handeln und sich für andere einsetzen und so übergeordnet eben nicht nur dem eigenen Bereich helfen und die eigenen Ziele verfolgen, sondern dem gesamten Unternehmen.

So, und da wir bei Pfannkuchen sind, bitte Blaubeeren.

Ich liebe Blaubeerpfannkuchen und für Blaubeeren würde ich mir dann natürlich wünschen, dass wir tolle Menschen finden, die anderen beibringen, genauso zu arbeiten, zu kommunizieren und zu handeln, weil das will gelernt werden, das beherrscht nicht jeder, das kann auch nicht jeder.

Und ich glaube, wenn wir viele, viele Menschen finden, die sich für diese Art der Zusammenarbeit und Kommunikation wirklich ehrlich begeistern und die bereit sind, ihr Wissen abzugeben und weiterzugeben und anderen zu helfen, da mitzumachen, dann kriegen wir das auf jeden Fall besser hin. Und dann wird das ein ganz wundervoller Pfannkuchen, den ich auf jeden Fall hoffentlich essen darf.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, Blaubeeren, lecker, viele Vitamine und sieht dann noch toll aus. Liebe Katharina, zum Schluss, was möchtest du den Zuhörern mit auf den Weg geben, wenn es um Communities geht? Wenn es um das eigene Herz geht, wenn es um neue Arbeitsmethoden geht?

Katharina Krentz: Ja, das, was ich immer, was ich wirklich versuche zu vermitteln, ist, traut euch, traut euch, etwas Neues auszuprobieren: Glaubt an euch selbst und findet Lösungen, statt über mögliche Probleme und Herausforderungen zu jammern. Ich glaube, die Zeit des Jammerns ist einfach um. Lasst uns die Ärmel hochkrempeln und aktiv werden! Ja, solche Wege und Veränderungen sind nicht immer ganz einfach.

Das weiß ich, das weiß jeder von uns, aber es lohnt sich. Denn jede Herausforderung bietet ganz, ganz viele Lern- und Entwicklungschancen und die sind es wirklich wert. Und es muss auch nicht Working Out Loud sein, um Vernetzung zu lernen oder um rauszufinden, wer man ist und was einen antreibt, wofür man steht und was man gut kann. Da gibt es ganz, ganz viele verschiedene Möglichkeiten und Wege, um sich dorthin zu entwickeln und um das wirklich zu trainieren, aber wichtig finde ich, schließt euch bitte möglichst diversen Netzwerken an und probiert euch dort aus, denn im Netzwerk geht definitiv fast alles besser, als wenn man versucht, es alleine zu machen.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, da gebe ich dir vollkommen recht. Und jetzt habe ich eine Herzensfrage, eine persönliche Frage: Welche Visionen hast du für dich selber, liebe Katharina, zum Schluss.

Katharina Krentz: Für mich selbst?

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja.

Katharina Krentz: Du, das ist eine gute Frage. Das weiß ich nicht. Ich bin niemand, der lange in die Zukunft plant. Ich weiß nicht, ob du das wusstest, aber ich habe sehr früh meinen Vater verloren, schon mit 20. Also es über 20 Jahre her, dass ich mein Vater verloren habe. Und mein Vater hat mich sehr, sehr stark geprägt, weil er viele seiner Träume und Wünsche immer vor sich hergeschoben hat, weil er immer dachte, er hat noch Zeit, weil er immer dachte, das mache ich nächstes Jahr, das mache ich übernächstes Jahr, das mache ich, wenn ich in Rente gehe, das mache ich in zehn Jahren.

Und er hatte eine wahnsinnig lange Bucketlist, die er am Ende überhaupt gar nicht mehr erreichen und erfüllen konnte. Und das hat mich so traurig gemacht oder macht mich bis heute traurig, weil er das so verdient hätte, seine Träume noch zu leben. Und deshalb gehöre ich zu den Menschen, die Träume sehr, sehr schnell in die Wirklichkeit umsetzen, die nicht versuchen, so viele Themen auf später zu verschieben.

Das heißt, ich habe gar keine große langfristige Vision, aber was ich mir vorgenommen habe und was ich wirklich versuche zu erreichen, ist, diese Welt ein bisschen besser zu hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe. Und wenn ich einen Beitrag leisten kann über das, was ich weiß, über Vernetzung, Netzwerkbildung, wie man Menschen kennenlernt, wie man sie digital in Netzwerken organisiert, damit arbeitet, damit sichtbar wird, so Themen vorantreibt, wie man im Co-Creation, also mit vielen Menschen zusammen Dinge entstehen lassen kann, wie man für neue Innovationen sorgen kann.

Wenn ich da einen Beitrag leisten kann, dann mache ich das unbedingt und gerne. Und, ja, ich hoffe, dass es reicht, um diese Welt ein bisschen besser zu machen.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Vielen, vielen Dank, liebe Katharina.

Katharina Krentz: Total gerne! Danke für die Einladung und die spannenden Fragen. Jetzt habe ich allerdings Hunger auf Blaubeerpfannkuchen. Verdammt.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, ich habe es verschuldet. Es tut mir leid.

Katharina Krentz: Wenn wir uns je treffen, Claudia.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Okay, dann gibt es Blaubeerpfannkuchen.

Katharina Krentz: Dann gehen wir bitte irgendwo österreichische Mehlspeisen essen.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Ja, mit viel Schlagsahne bitte.

Katharina Krentz: Sehr gerne für dich. Für mich reichen Blaubeeren.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Super. Vielen, vielen Dank, dass du dabei warst.

Katharina Krentz: Total gerne. Wirklich hat mich sehr gefreut.

Claudia (Virale Gedankenkraft): Dankeschön!