Nun möchte ich in einen kurzen (naja, eher langen) Beitrag darüber schreiben und auflösen, was mich im Leben angeblich „Stark“ gemacht hat, obwohl ich das gar nicht so empfinde!

Ja, es wird wohl für mich der am schwierigsten Schritt sein, denn ich je „nach vorne“ gemacht habe! An die Öffentlichkeit zu gehen mit einem Thema, dass ich bislang nur mit mir ausgemacht habe, doch nun habe ich das große Bedürfnis mich mitzuteilen. Nicht nur, weil ich mir dadurch eine seelische „Erleichterung“ erhoffe, sondern auch auf einen regen Austausch mit euch hoffe!

Einige Menschen die mich in der Vergangenheit begleitet haben, waren erstaunt, dass ich noch Lächelnd und Lebensbejahend durch die Gegend laufe, dann fragte ich:

  • Warum Nicht?

Ihr fragt euch sicherlich, was das jetzt mit meinem zukünftigen Weg zu tun hat und warum ich damit in die Öffentlichkeit möchte. Nun ich möchte mich für meinen persönlichen Verhältnissen wichtigen Themen widmen, wie z.B. persönliches Wachstum, Frauen und die digitale Welt, Narrative, Perspektivwechsel, Storytelling und andere für mich wichtige Themen) und das kann ich NUR wenn ich über Dinge gesprochen haben die mein „Dasein“ beeinflusst/geformt, haben.

Ihr müsst diesen Artikel nicht lesen, wenn ihr denkt, das ist nur „rumgeheule“, doch die Vergangenheit hatte mich des Öfteren eingeholt!
Immer und immer wieder!
Ja klar, waren es nur die Ereignisse die mich am meisten traumatisiert, belastet, geprägt und verändert, haben!

O M G gut, dass mich keiner hinterm Bildschirm sehen kann, ich bin leicht zitterig, schweißgebadet, verdrücke ein paar Tränchen und ringe um meine Worte – JA hat bei mir ein Seltenheitswert – denn mit jedem Wort durchlebe ich alles ein Stückchenweit das Erlebte nochmal!

Doch es tut gut, denn mit jedem Wort spüre ich eine kleine Erleichterung!

Ihr fragt euch welche Ereignisse das waren?

Ja, schon gut ich lüfte das Geheimnis:

  1. Zum einen die jahrelange (um genau zu sein bis zu meinem 27. Lebensjahr) häusliche Gewalt und Missbrauch, dass mir mein Vater zugefügt hatte!

Ich kannte meinem Vater nur gewalttätig, nur aggressiv!
Schöne Worte, schöne Gesten?
Nur in die Öffentlichkeit ab und zu und nur wenn nötig!

Vor allem hatte er den Drang dazu genau dann einem zu schlagen, wenn man es entweder nicht erwartet hatte oder wenn man sich am wenigsten wehren konnte. Zudem kam hinzu, dass er immer so zuschlug, dass man es nicht sehen konnte, in meinem Fall war das IMMER am Kopf (meistens Hinterkopf)!

Kann dieses Gefühl kaum in Worte fassen, wie es sich anfühlt, wenn man aus dem nichts, eine Faust gegen den Kopf gedonnert bekommt. Wenn man für ein Bruchteil einer Sekunde, das Gefühl hat, der Kopf löst sich vom Hals ab und kullert wie ein Basketball auf den Boden, diese Schmerzen, dieser innere Knall.

Wenn ich nicht das tat, was mir gesagt wurde, oder wenn ich ängstlich geschaut hatte, wusste ich dann, gleich passiert es wieder. Man betet in dem Moment, dass es nicht schlimm wird, dass man keine bleibenden Schäden hat und das Ganze einfach nur aufhören mag.

Als Kind hatte er wenigstens noch mit dem Lineal oder Gürtel auf mir eingeschlagen, doch als ich älter wurde, musste leider die ganze Zeit mein Kopf, herhalten. Wenn er abends (immer gegen 18:30 Uhr nach Hause kam) bekam ich Herzrasen, rauchte aus Angst eine Zigarette nach der anderen! Ich wusste es schon an die Art wie er die Tür aufgemacht hatte, welcher Laune er sich bediente!

Ich versuchte mich immer zu beschäftigen in der Hoffnung er ließe mich dann in Ruhe! Doch das war nur mein Wunschdenken, denn es gaben auch Male wo er sich daran gestört hatte, dass ich am Rechner sitze und meine Bachelorarbeit schreibe, so kam er Wutgeladen auf mich zu, knallte mir zuerst auf dem Hinterkopf, dann packte er mich am Oberarm und prompt durfte ich mit meiner Wand Bekanntschaft machen.

Bis ich reagieren konnte, nahm er meistens schon mein Laptop (und jeder von uns weiß, dass vor einigen Jahren die Laptops nicht wirklich mit einem Fliegengewicht glänzten) in der Hand und knallte es mir gegen den Kopf! Es tat so Hölle weh, konnte nicht einmal weinen, weil er sonst noch mehr drauf gehauen hatte. Diese Ängste, diese Panik kann ich nicht Worte in fassen.

Ich hatte Angst nach Hause zu gehen, hatte Angst zu schlafen, denn vielleicht fällt ihm nachts im Schlaf ein, dass ich für X und für Y noch nicht bestraft wurde! Und am meisten hatte ich Angst, dass ich unter seinen Händen wegsterben würde mit dem Wissen, er hat es getan, weil er es wollte!

Bis heute habe ich Phasen, in denen ich in Tränen ausbreche, sobald ein Mann mit leichter tiefer Stimme anfängt den Ton zu erheben! Ich erschrecke mich noch ab und zu, wenn ich auf der Straße ein Mann sehe der Ähnlichkeit mit meinem Vater hat.

Warum ich nicht gegangen bin?

Oh, wie oft ich das versucht hatte, doch die ganze Geschichte hatte einen Haken! Seitdem wir 1990 nach Deutschland gekommen waren, sind wir hier bis 2010 nur geduldet worden. Er hat uns (meine Mama und mich) damals nach Deutschland geholt aufgrund einer Familienzusammenführung. Bedeutete all die Jahre, wir waren von meinem Vater abhängig, dass was für ihn gegolten hat, galt auch für uns!

2007 als er mich das letzte Mal schlug, waren wir auf die Straße. Er hatte einen kompletten Blackout. Er packte mich hinten am Genick, warf mich auf dem Boden, ja ich war mir sicher, dass ich das eine Mal NICHT überleben würde. Dann fing er an auf mich einzuschlagen. Mit einem Fuß Richtung Leber und mit den Fäusten auf den Kopf, dabei schrie er nur einen Satz raus „Ich habe dich gemacht, ich werde dich auch umbringen.“

Was er nicht bedacht hatte war zum einen, dass wir auf die Straße waren und zum anderen, dass wir (GOTT SEI DANK) beobachtet wurden, so konnte die Polizei gerufen werden. Er zog mich an den Haaren hoch und schleifte mich in die Wohnung, wo er weiter auf mich einschlug. Ich hatte solche Panik, solche Angst und Gott war jede Sekunde in meinen Gedanken, ich bat ihm mich wenigstens am Leben zu lassen!

Bald darauf kam die Polizei, mein Vater war total aus dem Häuschen, sehr nervös und versuchte die Polizei wegzuschicken. Doch einer von ihnen (bin ihm bis heute vom Herzen dankbar) spürte, dass da was faul war. Als er mich fand bin ich einfach nur noch zusammengebrochen, aus Erleichterung!

Weiß nur noch, dass mir als Letztes meine Mama durch den Kopf ging, na gut und die Tatsache, dass ich meine Bachlorarbeit fristgerecht, abgeben musste.

Danach kam ich für mehr als 2 Jahre in polizeiliche Betreuung, wo ich mich dann zu unregelmäßige Zeiten auf dem Revier melden musste und mein Vater bekam ein Eintrag bei der Polizei wegen häuslicher Gewalt, dass bis heute noch bei ihm Führungszeugnis steht! Ein Glück hatte ich die Kraft den Kontakt zu ihm abzubrechen.

Doch leider wohne ich immer noch hier, an dem Ort wo ich ab und zu noch an die schlimmsten Ereignisse erinnert werde, doch bin ich froh und dankbar am Leben zu sein und ein einigermaßen geregeltes Leben führen zu können. Doch Ängste plagen mich leider bis heute noch.

#GEWALTGEGENFRAUEN ist NICHT Sexy!

Und auch wenn ich bis heute noch traumatisiert bin, habe ich gelernt damit zu leben, trage tiefe Narben auf meiner Seele, denn bis heute habe ich durch die Gewalt große Schwierigkeiten Nähe zuzulassen. Ich habe zwar keine Probleme auf Menschen zuzugehen, doch ich habe große Probleme Nähe anzunehmen!

  1. Zum anderen die beiden Abschiebungen die mich bis heute verfolgen!

An die erste Abschiebung kann ich mich leider nicht mehr erinnern, dafür aber an die zweite, denn diese war für mich die am prägendsten in mein Leben!

Wie läuft den eine solche Abschiebung ab?

Nun ich kann dies nicht verallgemeinern nur sagen wie es bei uns (meiner Mama und mir) ablief!

Der Clou dabei, man weiß NICHT was die Abschiebung vollzogen wird! Hieß für uns, es war nicht nur ein Tag wie jeder andere, sondern auch eine ganz normale Nacht. Wir bereiteten uns auf den Tag vor, vollzogen unsere „vor-zu-Bett-geh-Rituale“ und legten uns dann in die Heia!

Plötzlich (wie bei der ersten Abschiebung auch) klopfte es um 04:20 Uhr, DERB und aggressiv, an die Tür, richtig laut. Wir wussten nicht was los war, bis laute schreie durch die Tür ertönten „Hier ist die Polizei, machen Sie auf oder wir sind gezwungen die Tür aufzubrechen!“

Mein Vater ging an die Tür und hatte Angst, dass ihm das Ganze galt, doch abgeschoben sollten meine Mama und ich, werden.

Es waren 6 Beamten vor die Tür, dich sich relativ schnell den Zutritt zur Wohnung verschafft haben und plötzlich wurden wir zwei aufgefordert ein Koffer zu packen und mitzugehen. Ich hatte tierische Angst, hatte Rotz und Wasser geweint.

So wollte ich noch bevor wir fuhren für kleine Prinzessinnen gehen, doch dies war nicht möglich. Eine Beamtin ist mit aufs WC gegangen und an einer Hand legte sie mir Handschellen, an die mit ihr verbunden war.

Ihre Begründung war: „Wir möchte nicht, dass Sie abhauen, junges Fräulein!“ Ja ne is klar, mit 12 würde ich dann schon sehr weit kommen.

Seit dieser letzten Abschiebung, kann ich nicht mehr richtig schlafen. Ich wache jede Nacht um Punkt 04:00 Uhr auf und sei es nur um kurz ein Schluck Wasser zu trinken.

So habe ich leider seit September 1992 jede Nacht ein Déjà-vu, jede Nacht dieselbe Angst und auch wenn diese nur ein paar Minuten anhält, sie ist da!

Diese zwei schweren (wenn nicht alle schlimmen Ereignisse, die ich hier aufgezählt hatte) für mich Schicksalsschläge haben mich geprägt, dazu animiert immer weiter zu machen und darauf zu hoffen, dass ich eines Tages ein besseres Leben, leben würde.

Denn wisst ihr, es ist nicht immer alles mega geil, aber es gibt jeden Tag kleine Dinge wofür man dankbar sein kann/darf und die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ob bewusst oder unbewusst! Genau damit bin „aufgewachsen“ und haben zu meinem persönlichen Wachstum, geführt.

Denn „Persönlichkeitsentwicklung“ kenne ich leider nicht aus Büchern (ab und zu wäre es mir echt lieber gewesen), sondern nur aus meinen Erfahrungen. Ohne diese Erfahrungen hätte ich vermutlich nicht diesen Hunger nach noch mehr WISSEN, nach noch mehr LERNEN, denn wie ich glücklicherweise seit ein paar Wochen erleben darf, kommt LEBENSLANGES LERNEN nie aus der Mode.

So habe ich ein Leben lang nach genau 5 „Merkmalen/Regeln“ gelebt, die mich vor vielleicht schlimmeres bewahrt haben, so dass mein persönliches Wachstum immer darauf beruht hatte:

1. Aufgeschlossenheit

Für mich war es immer wichtig Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein, denn sobald ich angefangen hatte, Dinge oder Personen nach der Richtigkeit zu hinterfragen, lief es nicht mehr Rund. Und mit einem offenen Herz ließ es sich aufgeschlossener auf Welt, zugehen.

2. Eigenverantwortung

Egal wie arg mein Leben kontrolliert wurde, meine Gedanken konnte mein Vater nicht in „Besitz“ nehmen. Bedeutet: in meinen Gedanken konnte ich meine eigene Herrin sein, bestimmen in welche Richtung ich nach der „Erlösung“ gehen wollte.

3. Veränderung

Denn nach der „Erlösung“ haben große Veränderungen auf mich gewartet. Dafür musste ich flexibel reagieren, was ich auch tat, da ich gedanklich (und zum Teil auch live) einiges schon vorbereitet hatte für die Zeit, wenn alles reif zu gehen.

4. Zielfokus

Der für mich wohl am wichtigsten Punkt! Denn ohne einen Fokus, ohne ein Ziel konnte ich NICHT überleben. Unmöglich! Deshalb habe ich selbst als mein Vater mich vermöbelt hatte, mein Ziel nicht aus den Augen verloren und wofür ich eigentlich „überleben“ und kämpfen sollte!

5. Lebenslanges Lernen

Das war die Basis für mein persönliches Wachstum. Auch wenn ich ERST vor ein paar Wochen erst verstanden wie Lebenslanges Lernen bei den anderen definiert wird, so hatte ich es für mich ein Leben lang appliziert und auf mein Leben abgestimmt. Denn meine Komfortzone musste ich leider immer wieder verlassen ohne, dass ich groß eine Wahl hatte. Mit dem verlassen meiner Komfortzone konnte ich so immer wieder neue Dinge dazulernen.

Nun wird es an der Zeit mit der neuen, wunderbaren Lerncommunity (sofern diese nach meinem Geständnis, noch etwas mit mir zu tun haben möchte ☺️) die ich dazu gewonnen habe mich genau in den Bereichen weiterzuentwickeln, die all die Jahre „auf der Strecke“ geblieben sind. Denn mein “persönliches Wachstum” habe ich jetzt all die Jahre fleißig vorangetrieben und nun möchte ich mich in den Bereichen weiterentwickeln, weiterlernen, für die ich nur bedingt Zeit hatte.

Das wäre die Arbeitswelt.

Denn wie viele wissen, komme ich aus der IT-Branche, nur war nicht immer die Zeit und Muse da für ein weiterlernen und wir wissen alle, dass die IT eine Nische ist die sich gefühlt fast “sekündlich” ändert. So konnte ich mit meinem Lernen an die Oberfläche kratzen, doch nicht fundiert in ein Thema reingehen und sagen, das und nichts anderes.

Ich möchte und würde es mir wünschen, dazuzulernen und meine Schwachstellen stärken in dem ich mir neues Wissen, neue Lernmethoden aneigne.

Auch würde ich mich sehr darüber freuen wenn mich ein paar lieben Menschen aus der tollen Lerncommunity, mit auf ihren Lernweg, mitnehmen würden. 

Ich freue mich schon auf alles was noch kommt und vor allem auf das gemeinsame Wachstum.

In einer kurzen Podcastfolge, möchte ich mich nicht nur bei euch (damit spreche ich all die wunderbaren Herzen an die mir seitdem dem “coroNarrative”-Workshop begegnet, sind, an!) vom ganzen Herzen bedanken, sondern auch kurz erklären warum für mich nun eine neue (hoffentlich mit vielen von euch) Lernreise beginnt und warum ich fast so aufgeregt bin wie an meinem ersten Unitag wo ich nicht wusste was oder wer (😉) mich erwartet.

Viel Spass beim reinhören. Wenn ihr negatives Feedback habt, dann bitte eine Sprechstunde vereinbaren, mein gutes Karma ist gerade auf Urlaub 😎. Wenn nicht, dann drücke ich euch feste und wünsche ich noch eine wunderschöne Restwoche ☺️