#coroNarrative – Mit positiven Narrativen die Corona Krise gestalten

Zu Beginn der Corona Krise waren unsere Timelines in den sozialen Medien voll von Corona-Nachrichten. Eine Hiobsbotschaft jagte die nächste. Diese Negativität haben wir kaum ausgehalten und fühlten den starken Impuls, etwas zu tun. Wir, das sind Steffi Maaß, Oliver Ewinger und Katharina Nolden.

Unsere erste Maßnahme war, einen Twitter-Kanal zu gründen und dort bewusst, positive Nachrichten zu verbreiten. Das machte richtig Spaß und wirkte befreiend. Wir erhielten viele positiven Nachrichten, dass unsere Aktivitäten sehr geschätzt würden und als Bereicherung in der Timeline gesehen würden.

Mit positiven Narrativen die Corona Krise gestalten

Bald kamen wir zu dem Entschluss, dass wir außerdem einen digitalen Workshop anbieten wollten in dem wir gemeinsam mit den Teilnehmenden positive Narrative zum Umgang mit der Corona Krise entwickeln wollten. Was hat es denn eigentlich mit diesen Narrativen auf sich? „Starke Geschichten verändern unsere Wahrnehmung“ sagt Christiane Brandes-Visbeck von der Zukunftsnarrative. „Und wenn starke Geschichten Narrative werden, verändern sie die Welt.“ Konkret bedeutet das, führt sie weiter aus: Narrative sind sinnstiftende Erzählungen, transportieren Werte und Emotionen und geben gesellschaftliche Orientierung.

Genau das Richtige für unsere #coroNarrative dachten wir uns und fragten Christiane kurzerhand, ob wir sie zu unserem Workshop als Impulsgeberin einladen dürfen. Da ich die Liberating Structures liebe, war schnell klar, dass wir diesem großen Methodenfundus für den Workshop nutzen würden. Liberating Structures sind eine Methodensammlung, um in Gruppenprozessen mehr Interaktion und Beteiligung aller Mitwirkenden zu ermöglichen. Im Brainstorming geht oft viel durcheinander und nicht jeder kommt zu Wort. Bei einem Vortrag redet einer und alle anderen hören zu. Die Liberating Structures erinnern häufig an schon bekannte Methoden. Sie haben aber auch nicht Anspruch, das Rad neu zu erfinden. Ich arbeite seit fast zwei Jahren mit ihnen und es ist jedes Mal eine große Freude und auch als Moderatorin mit etwas Erfahrung gut zu handhaben.

Für den coroNarrative Workshop wollten wir auch ein möglichst interaktives Konzept anbieten. Wir fanden, dass es wichtig ist, dass alle Anwesenden die Möglichkeit haben, über ihre aktuellen Gefühle und Gedanken zu sprechen. Basierend auf der darauf entstehenden Vertrautheit hofften wir, dass eine tiefere Verbindung zwischen den Mitwirkenden entsteht, die die Basis für die Entwicklung, aber auch die Verbreitung neuer Narrative bietet.

Unser Workshop-Konzept

Wir begannen mit einem sogenannten Impromptu Networking. Dabei sind immer zwei Personen für fünf Minuten in einer Breakoutsession und das wird drei Mal wiederholt. Die Moderatoren geben zwei zum Workshop passende Fragen vor zu denen sich die beiden austauschen, z.B. was hat dich hierher gebracht? Durch die Wiederholung mit anderen Teilnehmer*innen vertiefen sich die Erkenntnisse und entwickeln sich weiter. So sind alle schon thematisch aufgewärmt bevor es losgeht.

Im Anschluss daran führten wir ein Conversation Café durch. Hier hat jeder Teilnehmer reihum die Möglichkeit ein kurzes Statement zu der vorgegebenen Frage abzugeben. Die anderen, es empfiehlt sich eine Kleingruppengröße von 5-7 Personen, hören zu. Jeder soll die Möglichkeit erhalten ohne Unterbrechung einfach mal seine Gedanken teilen zu können. Wir stellten die Frage, welche Gedanken und Gefühle hast du in Bezug auf Corona. Im Anschluss darf eine vorgegebene Zeit offen diskutiert werden und zuletzt darf jeder wieder reihum ein Statement abgeben, was er für sich mitnimmt. Anfangs mag die strenge zeitliche Taktung befremdlich sein. Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie dazu führt, dass alle schnell auf den Punkt kommen, das Wesentliche sehr gut und schnell herausgearbeitet werden kann und vermieden wird, dass Vielredner möglichst viel der Zeit in Anspruch nehmen.

Nun folgte der Impulsvortrag von Christiane und im Anschluss wurden in kleinen Gruppen Narrative entwickelt. Hierfür haben wir das Format 1-2-4-All genutzt. Das bedeutet, jeder macht sich erstmal selbst Gedanken, dann tauscht er/sie sich mit einer weiteren Person aus und dann werden die Ergebnisse zu viert zusammengetragen und finalisiert. Diese Ergebnisse werden dann der gesamten Gruppe präsentiert. Nun ging das große Teilen in den sozialen Medien los.

Verbreitung der Narrative in den sozialen Medien

Nach dem Workshop ging das Feuerwerk in den sozialen Medien weiter. Noch eine Woche lang waren täglich Narrative und Erfahrungen aus unserem Workshop zu lesen. Für uns war das ein ganz wunderbares Erlebnis, dass wir die Menschen so berühren konnten. Der Erfolgsfaktor für wirkliche Veränderung ist jedoch, dass die Narrative nun kontinuierlich weitererzählt werden. Daher haben wir inzwischen Grafiken für Social Media entwickelt und teilen diese regelmäßig.

Wir von der coroNarrative waren zugegebenermaßen im Anschluss etwas überwältigt. Doch wir bleiben dran, denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass es die Menschen sehr unterstützt und eine Gemeinschaft schafft. Wir würden uns freuen, wenn unsere Initiative einen möglichst großen Bekanntheitsgrad erhält und auch außerhalb unserer Twitterblase wahrgenommen wird, damit möglichst viele Menschen davon profitieren. Wir freuen uns auch über die Zusendung von positiven Geschichten, die durch und mit Corona entstanden sind.

Kontaktmöglichkeiten sind:

Per Mail: coronarrative@gmail.com

Twitter: @coroNarrative

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/coronarrative/?viewAsMember=true