Ein unvergessliches Erlebnis mit vielen Menschen die Schule von Morgen neugestalten möchten


Als ich mich für den #WirFuerSchule-Hackathon angemeldet hatte, wusste ich nicht wirklich was mich erwarten würde, war voller Vorfreude, fast schon ein wenig hibbelig. Sicherlich fragt ihr euch was wollte ich den schon wieder mit einem Hackathon. Nun, Kinder liegen mir nun mal sehr am Herzen und das war die Chance mich produktiv einzubringen. Menschen, die sich dazu entscheiden haben die Schule von Morgen zu gestalten, wollte ich unbedingt unterstützen.

Dieses Mal habe ich mich als Expertin angemeldet. Expertin auf zwei Gebieten: „Soziale Gerechtigkeit“ und „technische Ausstattung“!

Soziale Gerechtigkeit“ – Nun als Kind mit Migrationshintergrund wurde ich im Leben mit genug Widrigkeiten und vor allem Schwierigkeiten konfrontiert, als dass ich sagen kann mein Werdegang war alles andere, als „Reibungslos“! Schlimmer für mich zu erleben, ist die Tatsache, dass heutzutage immer noch Dinge passieren die ich selber schon als Kind durchmachen musste. Weil meine Eltern nicht reich waren, kein sicherer Status in Deutschland hatten, war ich die meiste Zeit die Leidtragende.

Wo das passierte?

Na klar, in die Schule. Ich wurde gehänselt, verurteilt und hin- und her gescheucht. Es war alles andere als leicht. Doch die Ungerechtigkeiten haben dazu geführt, dass ich erst recht mein Weg gegangen bin, doch dieses Glück haben nicht viele Kinder. Auch müssen die Ungerechtigkeiten nicht unbedingt vom höchsten Kaliber sein, es reicht zum Beispiel auch, wenn die Kinder sich nicht verständigen können. Kommunikationsschwierigkeiten haben. Es ist nicht leicht, wenn Kinder im Unterricht nicht mitkommen, auf Anhieb nicht erklären können was sie bedrückt. Auch wenn diese Kinder nach Hause gehen, können sie den Eltern schwer mitteilen was sie gelernt haben oder es Schwierigkeiten gab. Ich bin sehr dankbar, dass während des Hackathons versucht wurde effektive Lösungen dafür zu finden. Denn Kommunikationsschwierigkeiten gibt es nun seit Corona offline sowie Digital / Online.

Wo wir jetzt beim zweiten Thema wären wofür ich mich als Expertin hab aufstellen lassen.

Technische Ausstattung“ – Als Informatikerin bekomme ich seit sehr vielen Jahren mit was an Schulen auf “Digitalisierungsebene” schon alles funktioniert, aber leider auch alles was noch NICHT funktioniert, nicht einmal annähernd. Digitalisierung an Schulen ist kein Thema, dass erst seit Corona im Gespräch ist, sondern schon seit vielen vielen Jahren. Mit dem Ergebnis, dass man sich auf keine Einheitlichkeit verständigt hat. Die Kommunen, Länder, Bund arbeiten frei Schnauze, engagieren IT Unternehmen die einen „preiswerten“ Angebot machen, doch WIE und OB es in der Breite funktioniert, danach fragt keiner mehr. Ärgert mich ein wenig, denn auch wenn ich jetzt auf “Hätte-Wäre-Wenn” zurückgreifen muss, hätte man diese Diskrepanzen schon viel früher in geregelte Bahnen leiten können.

Ich bin sehr glücklich, dass dieser Hackathon stattgefunden hat, dass es überhaupt ermöglicht wurde, die Schule von Morgen neu gestalten zu können, denn genau das war bitter nötig. Es waren unter anderem viele Lehrer, viele Eltern die innerhalb von 5 Tagen, nicht nur tolle Idee generiert haben, sondern fast das Unmögliche möglich machten und ein Teil dieser Veränderung zu sein, hat mich sehr gefreut.

Großes kann man nur bewegen und verändern wenn man weiß WIE. Also brauchen wir Wissen!

Genau das hat mich so froh gestimmt, zu sehen wieviel Energie, was für eine positive und starke Dynamik im Hackathon entstanden ist. Ich bin mir sicher in Zukunft wird sich einiges zum Guten wenden und dass es Menschen wie die Schirmherr:innen, aber auch die Regierung, gibt, dafür bin ich unendlich dankbar. Nun stehen die Finalist:innen fest und eines möchte ich sagen: ALLE die mitgemacht haben, sind Gewinner! ALLE die teilgenommen haben haben die nötige Energie, Kraft und Ideenreichtum diese auch umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Ich hatte die Ehre in einem Team zu arbeiten, dass am Anfang wie in jedem Hackathon, Schwierigkeiten hatte sich zu finden, doch innerhalb von kürzester Zeit, entstand eine so produktive Energie, dass selbst ich erstaunt war, was alles möglich ist, wenn man nur die richtige Chance dafür bekommt.

Denn genau das ist es was wir ab und zu im Leben brauchen, um die Welt zu verändern: Eine Chance!

Beim #WirFuerSchule Team möchte ich mich vom Herzen bedanken, bei der DigitaleBildungFürAlle e.V. und auch bei der lieben Verena Paudser, sowie Dorothee Bär, dass genau diese Chance eingeräumt wurde, für Menschen, die eine bessere Schule für die Zukunft gestalten möchten. Denn wer weiß es besser was gebraucht wird und notwendig ist, als die Menschen an die „Front“, diejenigen die jeden Tag mit den Schwierigkeiten konfrontiert werden.

Auch darüber, dass ich ein Teil der Vorauswahl-Jury sein durfte und wunderbare, einzigartige, vor allem so so hervorragenden Lösungen auf dem Weg in eine eventuelle schnelle Umsetzung helfen, konnte, hat mich sehr glücklich gemacht und positiv gestimmt. Nun bin ich sehr gespannt, wer das Rennen machen wird.

Und da wir uns in einem digitalen Umschwung befinden, finde ich es mega, dass es Veranstaltungen wie das BarCamp #SchuleNeuGetalten von #digitalitaet20, stattfinden und Menschen aus dem Bildungswesen die Möglichkeit geben, sich miteinander zu vernetzen. Sich über eventuelle gemeinsame Richtungen, austauschen können und so die Möglichkeit haben die Schule von Morgen neu zu gestalten.

Dieses BarCamp, welches am Samstag den 20.06.2020 stattfand, zeigte, dass viele Betroffene aus dem Bildungswesen Veränderungen möchten. Sie wünschen sich Prozesse, die ihre Arbeit, Prozesse die Kommunikationen Schulintern, erleichtern und Mittel mit denen sie den Schülern eine Möglichkeit bieten einen der Besten (egal welchen Ranges, welches Status, oder Herkunft) zu sein ohne sich darüber Sorgen machen zu müssen ob jemand den ethischen Grundsätzen genügt. Ich möchte ein großen Lob aussprechen, dass nun endlich genau dafür Lösungen gesucht werden wo dringenden Optimierungsbedarf, herrscht.

Auch ein großes D A N K E an Alle von euch da draußen, die ich kennenlernen und unter die Arme greifen durfte, es war mir eine große Ehre!