Seit meinem Geburtstag am 06.12. sind schon verrückte Zeiten, in denen ich lebe. Nicht, dass ich mich nicht schon vorher „geschützt“ hätte, Menschenmassen vermieden, aber das ging nur „mich“ etwas an.

Seit Monaten betrifft es nun die ganze Welt.
Die ganze Welt steht still.
Es geht nicht vor- nicht rückwärts.
Doch eines lebt in uns weiter.

Die Sehnsucht nach „Normalität“!

  • Doch was bedeutet für dich „Normalität“?

Ich kann euch nur aus meiner Sicht was für mich Normalität bedeutet, denn diese begleitet mich nun seit vielen Jahren! Der Ursprung meiner Schutzmaßnahmen ab dem Jahr 2012 waren nicht, weil ich psychische Dysbalancen entwickelt hatte, es lang einfach nur an dem schweren Schub denn ich 2011 erlitt. Aufgrund dieses Schubs habe ich bis heute auf der linken Körperhälfte bleibende Schäden, so dass ich seit Jahren grundsätzlich Menschenmassen vermeide.

Schon vor Jahren habe ich meine Hände gleich nach dem Einkaufen desinfiziert, versucht nicht zu viel anzufassen, eben damit ich nichts bekomme (wie z.B. eine Erkältung, eine Grippe etc.) nicht, weil ich es nicht schaffen würde, sondern weil ich aus Erfahrung weiß, dass sich meine Multiple Sklerose mit jedem Infekt verschlimmert. Ja um nicht noch mehr zu leiden, nicht noch mehr Schmerzen empfinden zu müssen, habe ich diese Maßnahmen, die jetzt von allen gefordert werden für mich schon relativ früh getroffen.

Natürlich war und bin ich etwas entsetzt, dass die Menschen um mich herum nur wenig bis keine Rücksicht nehmen. Ich verüble es keinem, denn ein Mensch, der nicht krank ist, weiß auch nicht was es bedeutet jeden Tag die Hölle zu durchleben.

Doch genau das gab mir Kraft die Coronakrise mit anderen Augen zu betrachten.

Manche wundern sich in wieweit ich Krisenerprobt bin und warum mir die Decke nicht auf dem Kopf fällt. Natürlich kann und will ich nicht von mir auf andere schließen, doch wenn man im Leben wenig Wahl hat, dann passt man sich automatisch an die Gegebenheiten an.

So auch mit den verschiedenen Lebenskrisen.
So auch mit der Coronakrise jetzt.

Für mich mag sich das nicht schlimm anfühlen, da ich nur ein Beispiel nenne, als ich nach Deutschland gekommen war und im Asylantenlager untergekommen bin.

Auf engem Raum mit viele fremde Menschen.
Eine gemeinsame Dusche.
Eine gemeinsame Toilette.
Und keiner konnte uns sagen wie lange dieser Zustand andauern würde.

Also im Grunde genommen nicht viel anders wie jetzt, bis auf die Privilegien, die ich heute genießen DARF (denn auch diese sind nicht selbstverständlich).

Welche die wären?

  1. Ein Dach über dem Kopf
  2. Warme Mahlzeiten
  3. Ein eigenes Bad den ich nach Belieben in Anspruch nehmen darf
  4. Viele Möglichkeiten, die ich beruflich ausschöpfen kann, und vor allem in Anspruch nehmen kann
  5. Ach, und das größte Geschenk denn man mir je machen konnte: HUMOR!

Natürlich hat es nicht jeder so gut.

Natürlich kämpfen wir an unterschiedliche Fronten, aber gehört es nicht zum Leben dazu diese Kämpfe zu gewissen, zumindest es mal versucht zu haben.

Deshalb, kann und möchte ich euch weitergeben.

HALTET DURCH!

Egal wie aussichtslos eine Situation auch sein mag.

Natürlich hängen mit dieser Krise auch viele Jobs zusammen, doch erinnert ihr euch daran, dass dieser Job, den ihr jetzt macht, ihr auch nicht ein Leben lang schon ausübt. Vor diesen aktuellen Job gab es einen anderen, und auch nach diesem wird es weitergehen. Doch je „flexibler“ und offener ihr für Neues seid, desto schneller wird vor allem eure Seele ruhe finden.

Ihr denkt euch „Sag mal spinnt die? Die weiß doch gar nicht was sie redet!“
DOCH.
Das weiß sie.

Mir fehlen zwei Jahre Schule in meiner Vita, weil ich abgeschoben worden war und ich Rumänien konnte ich zwei Jahre keine Prüfungen ablegen, da ich mit dem Wohnsitz hier galt. Immer wenn ich mein Werdegang gezeigt hatte, verdrehten fast alle die Augen.

Warum?

Weil mein Werdegang holprig war, 17 Schulen habe ich insgesamt aufgrund meiner Lebenssituation gewechselt, ich wurde vor Tatsachen gestellt, die ich nicht beeinflussen konnte, dennoch machte ich weiter. Ausgang? Ungewiss! Je flexibler ich aber wurde und je treuer ich mir blieb, desto leichter fiel mir alles von der Hand.

Also HALTET DURCH meine Lieben, nichts währt für ewig und glaubt daran, dass alles gut ist. denn die Zeit wird wieder kommen wo jeder von uns am Sterbebett bereut zu wenig Zeit für die Familie gehabt zu haben, oder Dinge versäumt zu haben die man in der CORONA KRISE besser getan hätte.